🍻 BIERGASTHOF RIEDBERG | ALLES Trappistenbier | Klosterreise 2024 – Teil 1
Auf ins Kloster! Karls Trappistenreise durch Belgien und die Niederlande
Eine Reise zu den Wurzeln des Brauhandwerks – voller Begegnungen, Klostermauern und himmlischer Biere. Diplom-Biersommelier Karl Zuser nimmt uns mit auf seine ganz persönliche Trappistentour.
Wenn du unsere Trappistenreise weiterverfolgen möchtest, findest du hier auch die nächsten Etappen: Westvleteren, Rochefort, Chimay und Orval.
Teil 1: Von Zundert nach Westmalle
Seit meiner ersten Belgienreise 2012 war ich beseelt vom Geist der Trappistenbiere. 2024, nach langer Abstinenz, ging’s endlich wieder los: knapp 900 Kilometer, keine Hotelreservierung – aber viel Vorfreude.
Erster Halt: Zundert. Ein kleines Kloster mit großem Bier. Der Klosterwinkel öffnet um Punkt 10:58 Uhr, Bruder Guido verkauft uns das exklusive „Verte“ – nur vor Ort erhältlich. Ein Hauch von Weihrauch, Andacht und Hopfen.
In Westmalle dann ein vertrauter Gärkellerduft – obergärige Hefe liegt in der Luft. Wir proBIERen uns durchs Dubbel und das Half-and-Half. Dazu ein Eisbecher – eine Tradition, die man erlebt haben muss.
Wir schreiben Sommer 2024, genauer den 27. Juli 2024, ein Samstag, als wir uns auf den knapp 900 km langen Weg machen. Hotels sind keine gebucht, das lassen wir auf uns zukommen. Schließlich gibt es ja mit booking.com ein gutes Werkzeug zum Finden von passenden Unterkünften. Gebucht wird dann aber – sofern möglich – direkt beim Hotel oder auf der Webseite. Um nicht in den größten Reiseverkehr zu kommen, starten wir um 9 Uhr Früh Richtung Köln/Aachen. Mein Reisebegleiter, Karl Zuser sen., ist zugleich Chauffeur. Ich kümmere mich derweil um die Unterkunft für heute. Da ich bei La Trappe schon mehrmals eine Führung genossen hatte, ist diesmal unsere erste Station das Kloster Zundert in den Niederlanden, wo erst seit 2013 Bier gebraut wird.
Zundert
Da die Trappistenklöster traditionell als Fluchtklöster der Zisterzienser-Mönche bei möglichen Kriegswirren im Heimatland erbaut wurden, sind sie allesamt an extrem abgelegenen Orten zu finden. Wenn man daher nicht direkt im Kloster Unterkunft bezieht, muss man meist im Umkreis von 20 km nächtigen, so auch in Zundert. Wir entscheiden uns für ein Hotel in Zevenbergen, eine halbe Stunde Fahrzeit entfernt.
Mein Freund und Berater der Brauerei „de Kievit“ in Zundert, Henri Reuchlin, war leider auf Urlaub, daher konnten wir vorab keinen Termin ausmachen. Einmal im Monat gibt es aber hier eine Führung durch Brauerei und Kloster. Der letzte Termin war am Freitag, wir sind also zwei Tage zu spät. Der Klosterwinkel (Klosterladen) öffnet aber um 11 Uhr für 50 Minuten (nach der Sonntagsmesse). Da wir zu früh da sind, werfen wir einen Blick in die Kirche, wo gerade die heilige Messe gelesen wird und machen einen kleinen Rundgang am Klostergelände (außen).
Danach nehmen wir Platz auf der Bank direkt vor dem Klosterladen. Die Kirchengeher eilen schnellen Schrittes zu Ihren Fahrzeugen, der größte Teil ist aber – wie in den Niederlanden üblich – mit dem Fahrrad da. Einige warten mit uns auf das Öffnen des Klosterladens. Punkt 10.58 Uhr öffnet ein Mönch im klassischen Ornat die Türe und die Wartenden strömen in den Laden. Wir haben nur Augen für das Bier und die Ansichtskarten, denn Senior Zuser will den Enkeln eine ebensolche senden. Neben Devotionalien werden auch Bücher, Tonträger und so manches sakrales Utensil feilgeboten.
Gott sei Dank fällt der Geschäftsgang nicht zu übertrieben aus, somit kann ich ein kurzes Gespräch, wenn auch mit Unterbrechungen, mit Bruder Guido führen. Wir kaufen auch noch das Bier „Verte“, welches es ausschließlich im Kloster gibt und das im nahegelegenen Café „In den Anker“ ausgeschenkt wird. Dort gibt es aber auch andere Trappistenbiere und klassische belgische und holländische Biere. Das Café ist gut besucht und nur mit Selbstbedienung bekommt man etwas zu Trinken. Als Speisen werden nur Kleinigkeiten angeboten.
Westmalle
Für uns geht es jetzt ohnehin weiter. Wir wollen heute noch das Kloster Westmalle in Belgien besuchen. Hier haben wir auch leider keinen Termin bekommen, weil die „Offiziellen“ ebenfalls Ihren wohlverdienten Urlaub genießen. Der Grund für die knappe Zeiteinteilung war übrigens, dass wir für den morgigen Montag den Abholtermin bei Westvleteren bekommen haben, welchen wir natürlich nicht verpassen wollen.
Angekommen bei Westmalle in Malle erwarten uns ebenfalls ein imposantes Kloster mit der Möglichkeit eines Rundganges (auf eigene Faust) und die Einkehr im Kloster-Café. Beim Aussteigen aus dem Auto, welches wir direkt an der Klostermauer zur Brauerei geparkt haben, steigt uns ein angenehmer und wohlbekannter Gärkellerduft von obergäriger Hefe in die Nase. Wir gehen eine kleine Runde, aber es ist natürlich niemand zu sehen. Schnell ein paar Schnappschüsse gemacht und dann ab ins Kloster-Café. Hier ist es, als wäre „der Bär los“. Der Parkplatz ist gut gefüllt, ebenso der Radfahrer-Parkplatz. Am Eingang hat sich eine Schlange gebildet mit Gästen, welche auf den Einlass und einen Platz im Freien warten. Da wir auch mit einem Platz im Innenbereich zufrieden sind, bekommen wir sofort einen zugeteilt.
Wir probieren das Dubbel und das Half-and-Half (halb Dubbel, halb Tripel) und einen Eisbecher dazu (das scheint hier Tradition zu haben). Es werden auch hier wieder, neben Bier, Käse sowie Gebranntem, zahlreiche Brauerei-Devotionalien zum Verkauf angeboten. Da wir lediglich begrenzte Kapazitäten für die Mitnahme haben und ich die „normalen“ Biere ohnehin von meinem Großhändler beziehen kann, sehen wir von einem Einkauf ab. Mein Vater genießt noch ein weiteres Dubbel, ich trinke einen Kaffee, weil ich ja noch fahren muss.
Wir beziehen unser Quartier heute in Avelgem, in der „Gouden Klokke“, einer äußerst familiären Pension mit einer rührigen (wenn auch etwas schusseligen) Dame des Hauses und einem Sterne-dekorierten Restaurant. Leider ist die Bierauswahl aber überschaubar. Daher gönnt sich mein Vater ein Glas Wein und ich probiere das angebotene, regionale Tripel zum rosa gebratenen Flank Steak mit frischen Steinpilzen, Gemüse und Sauce Bernaise.
Fortsetzung folgt …
Darauf ein Bier!
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Wenn du unsere Trappistenreise weiterverfolgen möchtest, findest du hier auch die nächsten Etappen: Westvleteren, Rochefort, Chimay und Orval.
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