🍻 BIERGASTHOF RIEDBERG | ALLES Bierkulturreise | Irland 2026 Teil 3
2.450 Wörter | 10 Minuten Lesezeit
Spektakuläre Klippen, arbeitende Schäferhunde, eine Brauerei voller Geschichten, Craftbier in Galway und eine spontane Whiskeyverkostung um Mitternacht: Teil 3 unserer Irland Bierkulturreise führte uns von den Cliffs of Moher bis in die lebendige Pubszene Galways.
Irland Bierkulturreise 2026/Teil 3
Cliffs of Moher, Roadside Tavern und Galway bei Nacht
Die heutige Etappe
Vom Atlantik über die berühmten Cliffs of Moher, eine Schaffarm, eine Brauerei in einer Taverne, einen steinzeitlichen Dolmen und schließlich bis nach Galway. Die dritte Etappe unserer Irland Bierkulturreise hatte alles zu bieten, was man sich von Irland erwartet – und noch ein bisschen mehr.

Von den Cliffs of Moher über Schafe, Bier und Steinzeit bis ins pulsierende Galway: Die dritte Etappe vereinte Natur, Kultur und irische Pubkultur.
Teil 2 verpasst?
➜ Weiter zu Teil 2: Whitefield Brewery, Treaty City Brewery & Atlantikküste
Cliffs of Moher – Irland zeigt sich von seiner schönsten Seite
Nach dem Frühstück ging es heute ungewöhnlich zeitig los. Unser Ziel waren die berühmten Cliffs of Moher. Der frühe Start hatte einen einfachen Grund: Wir wollten vor dem großen Besucheransturm dort sein. Und wir hatten Glück. Denn das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Für irische Verhältnisse fast schon verdächtig gut. Die Klippen präsentierten sich ohne Nebel, ohne Regen und mit freier Sicht auf den Atlantik.
Wer die Cliffs of Moher nur von Fotos kennt, unterschätzt leicht ihre tatsächliche Größe. Erst wenn man direkt an den Abbruchkanten steht, wird klar, welche gewaltigen Kräfte hier über Jahrtausende gewirkt haben.

Vor 30 Jahren war ich bereits hier. Die Klippen haben sich kaum verändert – nur die Sicherheitsmauern sind deutlich höher geworden.
Dank eines Golf-Buggys durfte ich den Anstieg zur Besucherplattform etwas komfortabler bewältigen. Nach einem kurzen Rundgang zog es mich allerdings relativ rasch ins Besucherzentrum. Die Cliffs hatte ich bereits vor rund dreißig Jahren besucht. Überraschenderweise haben sie sich seither kaum verändert.
Zumindest die Natur nicht.
Der größte Unterschied ist die mittlerweile errichtete Steinbarriere entlang der gefährlichsten Bereiche. Früher konnte man sich deutlich freier auf den Klippen bewegen. Was leider immer wieder zu schweren und teilweise tödlichen Unfällen führte.
Nach dem Museum, dem Kino und einem Kaffee mit eher überschaubarer WLAN-Verbindung machte ich mich wieder auf den Weg zum Bus. Natürlich nicht ohne noch einige Fotos der beeindruckenden Klippenlandschaft mitzunehmen.

Wer hier falsch abbiegt, verpasst nicht nur das Besucherzentrum, sondern eine der beeindruckendsten Aussichten Irlands.
Schafe, Hunde und ein Schäfer mit außergewöhnlichem Talent
Nach so viel Natur ging es direkt weiter zur Caherconnell Sheep Farm. Ehrlich gesagt hatte ich mir die Vorführung zunächst etwas anders vorgestellt.Ich hatte erwartet, dass die Schafe irgendwo auf weitläufigen Weiden verstreut stehen und die Hunde sie über große Distanzen zusammentreiben.Die Realität sah etwas anders aus. Die Vorführung fand direkt bei der Farm statt, die inzwischen ein professionell organisierter Besucherbetrieb geworden ist. Zahlreiche Gäste aus aller Welt verfolgten die Demonstration. Was mich allerdings wirklich beeindruckte, war die Arbeit der Hunde. Drei Hunde. Zehn Schafe. Ein Schäfer. Und ein nahezu perfektes Zusammenspiel.

Was für Besucher wie eine Vorführung aussieht, ist für Hund und Schäfer tägliche Arbeit. Die Schafe sehen das vermutlich etwas anders.
Man merkt sofort, dass hier jahrzehntelange Erfahrung und tägliche Arbeit dahinterstehen.
Anschließend wurden uns verschiedene Schafrassen vorgestellt und auch wirtschaftliche Themen angesprochen. Besonders interessant war die Entwicklung des Wollmarktes. Während Wolle früher ein wertvoller Rohstoff war, ist ihr wirtschaftlicher Stellenwert heute dramatisch gesunken.
Ein gutes Beispiel dafür, wie sich Märkte verändern können.

Nach der Vorführung stellten sich Schäfer, Hunde und Schafe den Fragen der Besucher. Dabei wurde schnell klar, wie viel Wissen und Erfahrung hinter diesem traditionellen Handwerk stecken. Foto: Volker R. Quante (Brunnenbräu).
Roadside Tavern – Bier, Geschichten und Höhlenhefen
Nach den Schafen wurde es wieder bierig.
Unser nächster Halt war die Roadside Tavern und die dazugehörige Burren Brewery. Peter empfing uns mit jener Mischung aus Charme, Humor und Geschichtenerzählerei, die man in Irland erstaunlich oft antrifft. Und Geschichten hatte er viele. Unter anderem jene über eine Hefe, die angeblich in Höhlen rund um die Taverne entdeckt wurde und heute für seine Biere verwendet wird. Ob wissenschaftlich vollständig abgesichert oder nicht – die Geschichte war hervorragend erzählt.

Zwei Peter, ein Tisch und jede Menge Geschichten. Ob Höhlenhefen, Guinness-Bierdeckel oder Brauereigeschichte – der Stoff ging an diesem Nachmittag nicht aus.
Nicht minder spannend war seine Erzählung über einen seltenen Guinness-Bierdeckel, der unter Sammlern einen erstaunlichen Wert besitzen soll.
Im Nachhinein betrachtet hätte ich den Bierdeckel vielleicht doch mitnehmen sollen.
Verkostung in Schwarz-Rot-Gold
Natürlich wurde auch Bier verkostet. Ich bezeichnete die Verkostung scherzhaft als „Deutschland“. Warum? Weil die Farben im Glas beinahe perfekt Schwarz-Rot-Gold ergaben. Ein Stout. Ein Red Ale. Ein Golden Ale. Die wohl bekanntesten Bierstile Irlands in einer einzigen Verkostungsreihe.

Stout, Red Ale und Golden Ale. Zufall oder nicht – die Verkostungsreihe erinnerte farblich verdächtig an die deutsche Nationalflagge.
Der Mac-&-Cheese-Fehler
Zum Mittagessen wollten Peter (nicht der Franke, der BierIG Peter) und ich wieder einmal unsere Sharing-Fähigkeiten unter Beweis stellen. Der Plan: Mac & Cheese mit dem berühmten regionalen Lachs als Vorspeise. Anschließend Fish & Chips. Eigentlich ein hervorragender Plan. Eigentlich. Denn wir ließen Peter (Franke) den Vortritt beim Mac & Cheese. Ein Fehler. Denn kurz darauf wurden Vorspeise und Hauptspeise nahezu gleichzeitig serviert. Das Ergebnis war eine eher sportliche Essensgeschwindigkeit.

Eigentlich wollten Peter (BierIG) und ich teilen. Eigentlich wollten wir zuerst die Vorspeise essen. Eigentlich.
Immerhin blieb noch Platz und Zeit für den Lemon Cheesecake mit Vanilleeis als Dessert.

Nach Mac & Cheese, Fish & Chips und einem kleinen Zeitproblem blieb überraschenderweise noch Platz für ein Dessert.
Ein kurzer Abstecher in die Steinzeit
Bevor wir Galway erreichten, machten wir noch Halt beim Poulnabrone Dolmen.
Die steinzeitliche Grabanlage zählt zu den bekanntesten archäologischen Monumenten Irlands. Und obwohl sie aus heutiger Sicht erstaunlich schlicht wirkt, steht man doch ehrfürchtig davor.
Schließlich wurde dieses Bauwerk errichtet, lange bevor irgendwo an Bierbrauen, Pubs oder Guinness zu denken war.

Der Poulnabrone Dolmen gehört zu den ältesten und bekanntesten Monumenten Irlands. Errichtet wurde er lange bevor jemand an Bier, Pubs oder Guinness dachte. Foto: Volker R. Quante (Brunnenbräu).
Galway – Hauptstadt der Livemusik
Am Abend erreichten wir Galway.
Nach dem Check-in im Victoria Hotel gönnte ich mir zunächst ein Galway Hooker IPA an der Hotelbar.

Kaum eingecheckt, stand auch schon das erste Bier der Stadt am Tisch. Ein Galway Hooker IPA gehört hier fast zum Pflichtprogramm.
Anschließend überzeugte mich Doris alias Miss Sophie, doch noch gemeinsam in die Altstadt zu gehen.
Eine Entscheidung, die sich als ausgezeichnet herausstellen sollte.
Bierhaus und The Salt House
Vorbei an Monroe’s ging es zunächst ins Bierhaus. Die Bierauswahl war beeindruckend. Zahlreiche irische Craftbiere vom Fass und eine noch größere Auswahl in Flaschen und Dosen.
Einziger Nachteil: Die Speisekarte war vollständig vegetarisch. Nach kurzer Beratung beschlossen wir daher einen Lokalwechsel. Unser nächstes Ziel war The Salt House. Dort standen die Biere von Galway Bay Brewery im Mittelpunkt. Und natürlich wieder Livemusik.

Vor dem Salt House herrschte bereits reger Betrieb. Gute Biere, Livemusik und angenehme Temperaturen sorgen in Galway oft dafür, dass sich das Leben vor die Tür verlagert.
Whiskeyverkostung um Mitternacht
Eigentlich hätte unsere Reise ursprünglich auch eine Whiskey-Destillerie beinhaltet. Zeitlich ließ sich das leider nicht umsetzen. Also beschlossen Bernhard, Doris alias Miss Sophie und ich, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Unser Ziel: Garavan’s Bar.

Garavan’s ist für viele Besucher vor allem wegen der beeindruckenden Whiskey-Auswahl bekannt. Die Bierkarte braucht sich allerdings ebenfalls nicht zu verstecken.
Dort starteten wir kurz vor Mitternacht eine spontane Whiskeyverkostung. Der Barkeeper empfahl mir einen Flight um 46,95 Euro. Nicht gerade günstig für drei kleine Gläser. Immerhin konnte ich ihn überzeugen, statt gechlortem Leitungswasser ein stilles Wasser dazu zu servieren. Als wir anschließend die Karte genauer studierten, wurde schnell klar: Wir hatten keineswegs die teuerste Variante gewählt. Der exklusive Premium-Flight mit Whiskeys ab 25 Jahren lag bei stolzen 2.950 Euro.
Plötzlich wirkte mein Flight wie ein echtes Schnäppchen.

Eigentlich kamen wir wegen der Whiskeyverkostung. Ganz ohne Bier wäre ein Besuch in Galway allerdings nicht vollständig gewesen.
Galway bei Regen
Nach der Verkostung machten wir uns schließlich auf den Heimweg. Inzwischen hatte uns auch das irische Wetter wieder eingeholt. Es regnete. Natürlich versuchte jemand, mir eine angebliche Abkürzung schmackhaft zu machen. Wie sich herausstellte, war diese Abkürzung vor allem eines: Länger. Nach rund zwanzig Minuten Fußmarsch erreichten wir schließlich wieder das Hotel. Auf dem Hinweg hatte sich dieselbe Strecke deutlich kürzer angefühlt.

Während wir uns auf den Heimweg machten, lief vor dem Nachbarpub bereits die Inventur. Die leeren Fässer mussten schließlich für den nächsten Tag Platz machen.
Mein Fazit nach Tag 3
Die dritte Etappe unserer Reise zeigte einmal mehr, warum Irland so viele Menschen begeistert. Spektakuläre Landschaften, jahrtausendealte Geschichte, traditionelle Landwirtschaft, Craftbier, Livemusik und Whiskey – alles lag an einem einzigen Tag nur wenige Kilometer voneinander entfernt.
Von den Cliffs of Moher über die Roadside Tavern bis in die Pubs von Galway erlebten wir ein Irland, das weit mehr ist als nur Guinness und grüne Wiesen.
Und das Beste:
Die Reise war noch nicht zu Ende.
Sláinte!
Das waren erst zwei Drittel der Reise
Die rot markierten Stationen zeigen die gesamte Route unserer Irland Bierkulturreise 2026.

Die Karte zeigt alle Stationen unserer einwöchigen Bierkulturreise durch Irland. Gemeinsam mit Mia von Brewery Hops of Ireland und den Teilnehmern der BierIG besuchten wir Brauereien, historische Sehenswürdigkeiten, traditionelle Pubs und einige der schönsten Regionen der grünen Insel.
Die Karte zeigt alle Stationen unserer einwöchigen Bierkulturreise durch Irland. Gemeinsam mit Mia von Brewery Hops of Ireland und den Teilnehmern der BierIG besuchten wir Brauereien, historische Sehenswürdigkeiten, traditionelle Pubs und einige der schönsten Regionen der grünen Insel.
Von Dublin bis Galway, von modernen Craftbier-Brauereien bis zu traditionellen Pubs: Die Reise hatte noch viele Höhepunkte zu bieten. Wenn Sie keinen Teil verpassen möchten, schauen Sie in den nächsten Tagen wieder vorbei oder stöbern Sie in unseren weiteren Beiträgen rund um Bier, Bierkultur und Bierreisen.
Im nächsten Teil
Die Reise führt uns weiter in den Nordwesten Irlands. Wir besuchen die Mescan Brewery mitten im Nirgendwo, erfahren Überraschendes über den Bierverkauf in irischen Supermärkten, genießen unseren letzten gemeinsamen Abend mit Livemusik und ziehen Bilanz über eine außergewöhnliche Woche voller Bier, Geschichten und Begegnungen.
➜ Weiter zu Teil 4: Mescan Brewery, irische Biergesetze und das Fazit der Reise
Lust auf bierige Reisen?
Im Biergasthof Riedberg sammeln wir laufend Ideen, Erfahrungen und Reiseziele für Bierbegeisterte. Weitere Bierreisen finden Sie hier:
https://www.riedberg.at/bierreise-finder/
Oder besuchen Sie unseren einzigartigen Bierkeller mit mehr als 500 Bieren aus aller Welt.
Sláinte! 🍻