Chatte mit uns:
Mit Klick auf "Verstanden!" erklärst du dich damit einverstanden, dass Daten an Facebook übertragen werden.

Neues vom Biergasthof Riedberg

03
Dez

Staatsmeisterschaft der Sommeliers für Bier 2018

… oder der Absturz von Platz 11 der Welt zur Nichtqualifikation für Rimini 2019

Soviel habe ich ja somit vorweg genommen: Es ist sich leider nicht ausgegangen für mich, mich wieder für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Woran war’s gelegen? Erst mal der Reihe nach:

Samstag, 08.00 Uhr – Tagwache. Geplante Abreise wäre 09.00 Uhr, da der Zug um 9.50 Uhr in Wels geht. Und ich sollte ja noch nach Wels mit E-Auto kommen. Theoretisch Fahrzeit wären 30 Minuten – im Besten Fall. Ich habe mit Oliver vom BierKulturHaus vereinbart, dass wir uns im Zug treffen, um gemeinsam die Fahrt nach Wien zu genießen. 9.51 Uhr Ankunftszeit in Wels, am Bahnhof sagt das Navi. Da heißt es sich sputen, was sich bei der Heimfahrt noch rächen sollte. Dazu näheres weiter unten …

9.43 Uhr – Ankunft Wels Hauptbahnhof. Jetzt noch einen Parkplatz suchen. Vor dem Hydranten für die Feuerwehr? Keine gute Idee, den nächsten probiert, zu klein, den nächsten, auch ungünstig, der übernächste passt, zumindest halbwegs. Mal sehen, ob wir ohne Ticket auskommen.

9.48 Uhr – geschafft. Ich bin am Bahnsteig und der Zug hat 3 Minuten Verspätung. Umsonst gejagt. SMS von Oli erreicht mich – ganz hinten im Zug. Leider kann ich nicht am Bahnsteig bis nach hinten laufen und muss einsteigen um mich ihm Zug durchzukämpfen. Das dauert natürlich. „Ein Bier zum Frühstück habe ich uns mitgebracht!“. Darauf ein Bier!

Oli im Zug mit Bier

Für 10.20 Uhr habe ich mit MyTaxi meine Fahrgelegenheit ins Hotel vorbestellt. Der Zug kommt allerdings erst um 10.20 Uhr an, weshalb ich den Fahrer kontaktiere um ihm zu sagen, dass ich mich ein paar Minuten verspäte. „Kein Problem, ich komme Ihnen entgegen“, wir beeilen uns und er erwartet uns bereits am Bahnsteig. „Wir wollen bitte über das Hotel Donauschwalbe zur Ottakringer Brauerei“ – Ich steige im Hotel aus, Oli muss zum Veranstaltungsort.

Beim Check in treffen auch schon die Mühlviertler Kollegen ein: Vizeweltmeister (Siehe Tagebucheintrag: Live Ticker – Weltmeisterschaft der Diplom Biersommeliers!) Felix Schiffner (Schiffners Bierspezialitäten) und Simon Saxinger (Brauerei Schlägl). „Habt Ihr schon zu Mittag gegessen?“ – „Eine Kleinigkeit könnten wir vertragen“. Die Empfehlung der Rezeptionistin lautet Centimeter – 5 Minuten Fussweg der Strasse entlang. Das nehmen wir.

Felix, Simon und ich im Centimeter

12.45 Uhr – gut gestärkt treffen wir in der Brauerei Ottakringer ein. Einige unserer Mitstreiter sind schon da. Noch nicht lange, wie sich herausstellt, da mich Michael Leingartner (Noch amtierender Staatsmeister) um etwa 12.30 Uhr angerufen hat, dass noch kein Mensch vor Ort oder zu sehen sei …Natürlich gibt es ein großes Hallo und Grüß Gott zu allen Beteiligten und Organisatoren, aber es geht auch sogleich los mit den üblichen Ausführungen und Erklärungen.

Meine Nummer für den Bewerb

Jeder bekommt seine persönliche „Matrikelnummer“ zugelost, damit der Wettkampf anonym ablaufen kann. Die Gegenstücke werden wieder in die obligatorische Flasche geworfen und diese vor allen verkorkt. (Siehe auch Beiträge der vorigen Staatsmeisterschaften …). Der „Wächter der Flasche“ wird bestimmt und das Programm des Tages präsentiert.

Ich hatte von Anfang an nicht das beste Gefühl für den Tag und es hat ja auch schon turbulent begonnen. Jetzt heißt es sich aber konzentrieren auf den ersten Bewerb. An sich eines meiner Lieblingsthemen: Erkennen von Bierstilen. Irritiert war ich, als wir die Plätze einnahmen: nur fünf Gläser auf der Unterlage, trotz Platz für sechs. Mal sehen. Auf der Auflistung daneben sind aber, wie gewohnt, deutlich mehr Wahlmöglichkeiten. Ich rieche mal in alle rein und bin mir – alleine ob der Farbgebung schon ziemlich sicher, dass Bier Nummer eins ein Wiener Lager ist. Wäre ja auch logisch, da in der Ottakringer Brauerei ein hervorragender Vertreter dieses Bierstils gebraut wird. Keines der Biere hat jetzt einen sofort erkennbaren Charakter, der auf einen Bierstil schließen lässt. Lediglich Bier Nummer 4 hat ein deutliches „Cardbord“, wie ich es z. B. vom Kölsch gewohnt bin. Dürfte also zumindest ein leichtes Bier sein.

Dann mal verkosten. Der Reihe nach von links nach unten – halt falsch! Von Links nach Rechts und dann die 2. Reihe. Bier eins: leichte Röstaromen (Maillard), voluminös, aber nicht hochprozentig, deutliche Hopfenbittere. Für mich eindeutig ein Wiener Lager. Bier Nummer zwei: auch Volumen, helle, aber doch goldene Farbe, deutlich Hopfen, könnte ein Export sein, denke ich und nehme sofort den Schluck aus Glas drei (war sicherlich ein großer Fehler!!), schmeckt sehr ähnlich. Gleiche Farbe – ich hatte leider kaum Lichtquellen an meinem Platz und ich habe vergessen (Schande über mein Haupt), dass ich mir das weiße Blatt Papier hinter das Glas halte – gleicher Geschmackseindruck, das könnte das gleiche Bier sein. Bier vier, wie schon erwähnt, mit Fehlgeschmack. Bier fünf war sehr nichtssagend und ähnlich zu Bier vier, lediglich ohne erkennbaren Fehler.

Hm, also noch mal von Vorne. Bier eins – bestätigt, Wiener Lager. Der Rest, schwierig. Mal die Liste durchsehen. Alle trüben Bierstile können mal ausgeschieden werden. Alle obergärigen Bierstile auch, vielleicht noch das Kölsch aber der Rest sicher nicht.Probe zwei – mit dem sicheren Verdacht im Kopf es handelt sich um ein Export oder österreichischen Spezialbier – gehe ich voreingenommen wieder in die Verkostung.

Halt! Das Mineralwasser gehört auch geöffnet. Zuerst ein Schluck Wasser. Wieder reihum verkostet. wieder die selben Verdächtigungen. Probe zwei und drei in Farbe und Geschmack sehr ähnlich. „Nur noch drei Minuten“ lässt uns Jens wissen. Jetzt heißt es sich zu entscheiden. Probe zwei und drei ist österreichisches Spezialbier, wahrscheinlich. Probe Vier ist ein Leichbier und Probe fünf ist ebenfalls leicht mit leichtem Hopfenaroma. Das diesmal kein Pils bei der Verkostung dabei wäre, käme mir komisch vor. Ebenso, dass kein Märzen dabei ist. Was soll’s? Vielleicht habe ich Glück und es ist ein Pils. Für ein Märzen ist es zu leicht.

Zurück im Pausenraum folgt die Ernüchterung: An die Leinwand sind die Ergebnisse geworfen:

Bierstile Ergebnis

Bier eins – Österreichisches Märzen (Trumer). Aha. Obwohl ich sehr oft in Obertrum bin, trinke ich kaum Trumer Märzen. Mir sagt das Hopfenspiel oder das Original mehr zu. Na gut. Somit kein Wiener Lager …
Bier zwei – Pils (Trumer). Tja. Export bzw. Spezialbier ist dem Bierstil ja sehr ähnlich …
Bier drei – Bockbier (Zipfer) – Stefanibock somit. Ui, ui, ui. Zwischen Export und Bock sollte doch ein deutlich erkennbarer Unterschied sein … Was hat mich da geritten? Zu schnell hintereinander verkostet? Ich kann es mir nicht erklären. Wahrscheinlich auch die falsche Einstellung?
Bier vier – Schankbier (Schützen). OK, da bin ich mit Leichtbier ja nur knapp daneben, aber eben auch vorbei …
Bier fünf – Leichtbier (Schönramer). Eric Toft ist ja auch ein Hopfenfetischist, daher könnte ich mir den Fauxpas verzeihen, dass ich es mit Pils verwechselt habe.Ergebnis: eine glatte Null.

Die meisten der Kollegen hatten zumindest zwei oder drei richtige Antworten, obwohl sich alle einig waren, dass es ganz schwierig war. Und schwierig wird es jetzt auch für mich, diesen Rückstand aufzuholen.

Es geht mit dem schriftlichen Test weiter. Kreuzerl hier, komische Frage da, angestrengte Überlegungen, speziell bei den Fragen zur Brautechnik, andere Fragen gehen mir wieder leichter von der Hand. Gefühl? 50 % dürften wohl mit Sicherheit richtig sein …

Zurück im Pausenraum. Die Lösungen an der Wand habe ich zu 90 % so richtig. Manchmal habe ich aber auch mehr Kreuze gemacht. Was soll’s, wird ohnehin sehr schwierig, mit dem Rückstand im Nacken.

Sensorische Verkostung Teil zwei – Bierfehler. Mein „Steckenpferd“ im negativen Sinn. Einige Eindrücke erkenne ich einfach nicht. Mal riechen – einzige Probe, die hier heraussticht (bzw. herausriecht) ist Probe zwei – für mich riecht es nach Leder. Dann eben ans Verkosten. Probe eins – kaum etwas vernehmbar, Probe zwei – Geschmack eher nach Chlorphenol, also Heftpflaster – gleich mal fixiert, Probe drei – wieder nichts zu erkennen, Probe vier – detto, Probe fünf – ganz leicht irgendwas, Probe sechs – wieder nichts. Das wird spannend. Die Biere sind auch wieder, wie auch schon bei der Bierstilerkennung, sehr kühl. Mal sehen, ob’s besser wird, wenn sie sich erwärmen?

Noch mal von Vorne. Die Biere erwärmen sich ein bisschen. Zumindest kann ich mal was erkennen. Da der Auswertungsbogen pro Glas immer die selben 7 Fehlaromen enthält, grenzt das schon mal die Antwortmöglichkeiten ein. Es ist mit Sicherheit kein Geschmack doppelt. Es ist, laut Aussage von Jens, in jedem Glas ein Fehler. Hmmm.

Probe eins: ganz entfernt könnte ich eine Nelke oder etwas ähnliches wahrnehmen. 4 VG somit. Was soll’s. Ohnehin schon egal. Gleich mal genommen.
Probe drei: ich erkenne gar nichts. Typisch für mich, muss also Diacetyl sein. Wieder volles Risiko – aufgeschrieben.
Probe vier: Nichts erkennbar. Halt! Ganz am Ende vielleicht eine ganz leichte Säure. Habe zwar sauer schon durchgestrichen, aber vielleicht ist es doch ein wenig säuerlich?.
Probe fünf: ganz leicht nach? Irgendwas, was gar nicht schmeckt. Könnte auch Heftpflaster sein. Für Leder ist es mir zuwenig deutlich. Wieder Risiko – Heftpflaster und Leder getauscht, obwohl Probe zwei doch sehr an Heftpflaster erinnert. Aber fünf zuwenig an Leder. Da fühle ich mich bei Probe zwei besser aufgehoben, da ich es ja ursprünglich so hatte …
Probe sechs: ganz leicht fruchtig. Kann also nur noch der grüne Apfel alias Acetaldehyd sein …?

Im Pausenraum dann das Ergebnis: Drei Richtige, da ich Leder und Heftpflaster vertausch habe. Schade … Probe fünf war Getreide – sehr schwierig im Bier zu erkennen, da es ja nach Getreide schmeckt … Wieder mal die falschen Entscheidungen getroffen …

Das Programm fürs Finale

Test Nummer vier: wieder Theorie. Wieder Brautechnologie – Rohstoffe, aber auch foodpairing (ganz schwierig!) und Biergeschichte. Anton Dreher dreht sich im Grabe um! Nicht ganz so perfekt wie Teil eins, aber immerhin.

Die Zeit schreitet voran. es ist schon nach 16 Uhr. In der Pause darf man sich schon mal das eine oder andere Seiterl gönnen. Ist ja auch ein preisgekröntes Bier, das Ottakringer … Diskussionen über die Schwierigkeit der Fragen, aber auch interessante Gespräche über Bier. Die Jury fürs Finale trudelt auch langsam ein und auch da gibt es einige Dinge zu Besprechen, bevor es zur finalen Verkostung geht.

Finaler Test: Erkennen des Herkunftslandes eines Bieres … interessanter Ansatz. Diesmal lediglich drei Gläser und am Zettel auch nur drei Antwortmöglichkeiten und auch immer die gleiche Auswahl. Das macht es doch schon mal leichter. Riechen – nix erkennbar. Liste – Österreich, Deutschland, Tschechien. Wird sich wohl um ein Pils handeln. Verkosten.

Pils ist es nicht. Märzen auch eher nicht. Aber das sind nicht die gestellten Fragen. Bier drei hat meiner Meinung nach gleich drei Bierfehler vereint. Wird wohl das Tschechische sein. Bier eins hat eine ausgeprägte Hopfenaromatik. Bier zwei ist sehr durchschnittlich. Somit die Frage: ist eins Österreich (Trumer, höher gehopft und Heimat des BierKulturHauses) und zwei Deutschland – Jens versucht ja auch gerne uns in die Irre zu führen. Was soll’s. Ich werde ohnehin nicht mit Sicherheit ermitteln können, ob so oder so. Volles Risiko!

Im Pausenraum wieder die Ernüchterung: Bier eins Deutschland (Öttinger), Bier zwei Österreich (weiß ich nicht mehr) und Bier drei aus Tschechien (zur Ehrenrettung nenne ich die Brauerei nicht!). Somit wieder nur eins richtig. Das wird wohl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu wenig sein …

Das Menü, welches wir uns gemütlich schmecken lassen

Um etwa 17 Uhr ist es dann auch soweit. Die Ergebnisse werden verkündet. Zuerst alle 10 Teilnehmer für Rimini. Nach der Reihe werden die Nummern verlesen. Alle Teilnehmer enden auf 89. Werden wohl alle Nummern sein, denn meine endet auch auf 89 … Einige neue Gesichter, von Anfang an. Eine Dame ist auch gleich dabei, nämlich Birgit Rieber, die ich ohnehin unter den Favoriten zählte, da als „Spürnase“ bekannt, Dr. Andreas Urban – seines Zeichens Braumeister in der Brauerei Schwechat und Vorsitzender des Bundes österreichischer Brauer und Brautechniker – der, daher auch nicht an der WM teilnehmen kann, da zeitgleich die Jahresversammlung der selbigen statt findet, aber auch Manuel Bartolacci, ein Italiener im Dienste von Brickmakers in Wien (zur Erklärung: Man kann als in Österreich lebender „Ausländer“ in Österreich starten, darf an zukünftig nicht mehr für sein eigentliches Heimatland starten), Harry Mittermaier (Biersommelier in Baden bei den Casinos Austria – bekannt auch von der Staatsmeisterschaft – ABC – der BierIG – siehe dazu auch meinen Tagebucheintrag – gibt es – noch – Keinen?!) und danach schon die bekannten Teilnehmer: Christian Harringer alias El Sud (Bierschmiede, Attersee), Phillip Geiger (Zillertaler Bier), Julian Selinger, Felix Schiffner (Schiffners Bierspezialitäten), Michael Leingartner (Brau Union) und Clemens Kainradl (Bierfracht.at). Somit fehlen neben mir auch noch Gerhard „Litzi“ Litzlbauer und David Raidl. Marion Weinberger ist zeitlich bedingt nicht angetreten.

Vorspeise. Aufgrund des Hungers schon angeknabbert.

Jetzt geht es noch ins Finale. Da Andreas Urban von seinem Startplatz zurückgetreten ist, konnte Julia ??, ebenfalls wie Julian von der Boku Brewcrew, ins Team für Österreich nachrücken. Wir begeben uns aber schon mal zu Tisch und genießen das opulente Abendessen. Der Moderator versucht uns mit allen möglichen Details zu unterhalten und nennt dann endlich – die Spannung steigt – die sechs (nicht fünf wie im Vorjahr) Finalisten zum Wettkampf und zur Präsentation um den Titel Staatsmeister der Sommeliers für Bier.

Auch hier, wenig überraschend, wieder die selben Verdächtigen wie vor zwei Jahren, erweitert um Harry Mittermaier. Es sind eben doch die besten österreichischen Biersommeliers hier am Werk. Es folgen die Präsentationen der einzelnen Anwärter auf den Titel österreichischer Staatsmeister 2018 bis 2020.

Phillip Geiger – nicht Geier, wie der Moderator fälschlicherweise verkündet – hat als erster die Ehre. Da ich diese Situation auch schon mehrmals „theoretisch“ hinter mich gebracht habe, kann ich mit den Kandidaten mitfühlen. Man ist furchtbar nervös und muss sich auf die Abläufe konzentrieren, dass man weder was vergisst, dabei immer flüssig wirkt und souverän präsentiert. Der Erste hat’s sowieso am schwersten, nach meinem empfinden.

Gut gemeistert, die Dunkle Materie von BrewAge, so wie wir ihn kennen. Danach kommt gleich Clemens dran. Er wählt ein Bier – wie gewohnt stehen drei zur Auswahl – der Brauerei ??? leider vergessen ???. Die Präsentation war – auch wie gewohnt – mit viel Hintergrundinformation und auf hohem Niveau. Nicht umsonst ist Clemens ja auch Staatsmeister 2014 gewesen.

Mein Zwischengericht. Hatte schon Hunger …

Als dritter Kandidat wird Michael Kolarik-Leingruber – wieder falsch – aufgerufen. Leingartner natürlich. Die Präsentation des Stiegl Tripel „Zölibat“ war von Anfang bis zum Schluss extrem stimmig. Kein Wort zu viel (diesmal, sonst war es für mich doch immer etwas über das Ziel hinaus geschossen) und von der technischen Anmutung (Präsentation und Öffnen der Flasche, Servieren des Kronkorkens, Einschenken, Wissen über Bierstil und Brauerei, …) einfach perfekt. Das gilt es erst mal zu toppen.

Danach darf Harry präsentieren. Er ist der „Neue“ in der Runde und ich hätte ihm grundsätzlich sehr viel zugetraut, da er ja, so wie ich auch, dies mehrmals monatlich machen darf. Nämlich Biere (in diesem Falle hatte er sich für den Gregorius aus Engelszell entschieden) vor Gästen und Publikum präsentieren. Man merkte ihm aber die Nervosität doch an und das es eben das erste Mal vor Jury war. Hier muss ich sagen, dass es selbst mir, der es gewöhnt ist, vor großem Publikum zu sprechen, bei den Trainingslager nicht leicht viel, diese Prüfungssituation zu meistern. Man spricht ja doch vor Experten und nicht vor feierlaunigen Gästen (welche ich damit nicht degradieren möchte)!

Hauptspeise leider nicht fotografiert, daher gleich Dessert

Felix und Julian sind die noch ausstehenden Kandidaten. Felix entscheidet sich für ein Bier aus der Heimat (FreistadtBlack Bock), das ich auch aus meinem einzigartigen Bierkeller kenne. Perfekte Präsentation. Alle Inhalte, die relevant sind wurden gesagt. Ein bisschen mehr Enthusiasmus und mehr Mitnahme des Publikums hätte man sich wünschen können.

Und zu guter Letzt Julian. Er hat seinen Auftritt gegenüber 2016 deutlich besser hingelegt. Sofort hat er das Publikum mitgenommen mit persönlichen Geschichten und der Wahl des richtigen Bieres (Kisbyes Holzbirne – gibt es demnächst bei uns vom Fass) – passend zu seiner eingangs erzählten Geschichte – und dies auch entsprechend seiner fast kindlich unbeschwerten Art präsentiert und hatte viele Lacher und das ganze Publikum auf seiner Seite. Inhaltlich nicht so perfekt wie vielleicht Felix oder Clemens, aber mit vollem Engagement gegenüber dem Publikum.

Team für Österreich (c) Bierland Österreich

Das wird keine leichte Entscheidung für die Jury. Um exakt 20.54 Uhr, wie von Jens angekündigt, werden dann die ersten Drei verkündet und betitelt:
Kein Dritter Platz sondern zwei Vizestaatsmeister mit Felix Schiffner und Julian Selinger! Herzliche Gratulation. Am Ende zu präsentieren und eine gute Performance abzuliefern zahlt sich eben aus.

Somit Staatsmeister wie auch schon 2016 und den Titel erneut geholt und das gleich zweimal im Gange (europaweit beides einzigartig) Michael Kolarik-Leingartner (nicht gruber oder baumer oder sonstwas!). Dreimal Oberösterreich!!! Das spricht mal für uns Oberösterreicher als Bierland…

Die (Vize) Staatsmeister

Hier ist es nun meiner Meinung nach angebracht, allen Beteiligten zu danken. Dem Verband der Brauereien für die Ausrichtung dieser Veranstaltung. Dem BierKulturHaus für die Organisation und Durchführung. Der Brauerei Ottakringer für die zur Verfügungstellung der Örtlichkeiten. Der Jury und nicht zu Letzt allen Teilnehmern, die sich dieser Herausforderung gestellt haben. Man weiß dann wieder, wo man eigentlich steht, als (Diplom-) Biersommelier.

Chronologie des Scheiterns wegen Pechs oder mangelnder Motivation

Meine persönliche Schlusszusammenfassung (Conclusio):

Das Quäntchen Glück, das ich bei der Weltmeisterschaft hatte, musste ich wohl bei dieser Staatsmeisterschaft einbüßen und es wurde – sagen wir es mal so – in Pech verwandelt. Jede Entscheidung links oder rechts, oben oder unten, dies oder jenes habe ich falsch getroffen. Sei es, dass das Licht nicht passte, dass das Bier zu kalt war, dass ich keinen guten Tag hatte. Alles wären nur zu leichte Ausreden, da es ja die bekannten „Verdächtigen“ trotz dieser Widrigkeiten auch wieder ins Finale schafften. Es gilt, weiter dran zu bleiben und die KollegInnen weiterhin auf Ihrem Weg zu unterstützen. Das gemeinsame Ziel muss lauten: Wir holen den Titel nach Österreich zurück. Darauf ein Bier!

Hier noch sämtliche mir bekannte Publikationen zum Thema und die Links zusammengefasst:
Pressearbeit Verband der Brauereien: https://bierland-oesterreich.at/news-medien/presseaussendungen/40-2018/448-bierland-oesterreich-name-ist-neuer-biersommelier-staatsmeister.html
Falstaff: https://www.falstaff.at/nd/der-neue-biersommelier-staatsmeister-steht-fest/
ÖGZ: https://www.gast.at/gast/www.gast.at/gast/das-ist-der-neue-und-alte-biersommelier-staatsmeister-174438
APA-OTS: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20181201_OTS0043/michael-kolarik-leingartner-ist-neuer-biersommelier-staatsmeister

Links in meinem Biertagebuch:
Live Ticker – Weltmeisterschaft der Diplom Biersommeliers!
Das war die Staatsmeisterschaft der Sommeliers für Bier!

Noch kurz etwas abseits der Staatsmeisterschaft:
Perfekt war das Wochenende als ich mit dem Elektroauto trotz nicht Einschaltens der Heizung und mäßiger Geschwindigkeit nicht ganz nach Hause kam. Beim Mercedes Händler in Hohenzell zeigte der Akku null an und der Hügel danach konnte noch erklommen werden. Dann zeigte die Anzeige schon: stehen bleiben, Motor abstellen. Ich rollte noch bis zur Ausfahrt Ried Mitte (2 km von zu Hause entfernt!) in der Hoffnung, den ÖAMTC Stützpunkt noch zu erreichen. Gleich nach der Ausfahrt (es ging wieder bergauf) war aber auch schon Schluss mit lustig. Anruf beim ÖAMTC: in einer Stunde wird wer kommen. Die Dame war etwas überfordert: Allrad? Welche Antriebsart? … Elektrisch – bitte laden! Es kam dann aber doch sehr rasch Hilfe – sowohl von zu Hause, als auch vom ÖAMTC. Zu Hause angesteckt und läuft wieder. Mal sehen, wie die Abenteuer weiter gehen?

Elektroauto leer

Übrigens: einen Adventkalender von Kalea habe ich auch heuer wieder. Ich werde wieder täglich ein Türchen für Euch und mit Euch öffnen. Folgt mir/uns auf YouTube und verpasst kein Bier. Darauf Eines!

Jetzt freue ich mich auf zahlreiche Kommentare. Darauf ein (großes) Bier!

Könnte Sie auch interessieren:
Liveticker vom Craft Bier Fest Linz 2018
Bierreise Monat Juni
Quo Vadis, europäische Bierkultur?
Besuch der Braukunstlive 2018

2 Antworten

  1. Franz Brasdauski

    Staatsmeisterschaft der Sommeliers für Bier 2018
    Gratulation und ein bieriges Danke für diese sehr lebhafte und einmalige Zusammenfassung deiner Teilnahme an der Staatsmeisterschaft! Wenn es aus welchen Gründen auch immer dieses mal für die WM in Rimini nicht gereicht hat, bin ich sicher es wird ein einen weiteren Versuch geben! Mit bierigen Grüßen F.P. Brasdauski

Kommentieren