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Neues vom Biergasthof Riedberg

08
Sep

Liveticker vom Craft Bier Fest Linz 2018

Alle Jahre wieder, könnte man meinen, stimmt aber nicht ganz. 2016 war der letzte Besuch des CBF (Abkürzung für Craft Bier Fest) in Linz für mich. Ich denke auch, dass dazwischen Keines veranstaltet wurde (hat sich als falsch herausgestellt. Es gab auch 2017 ein CBF in Linz, 14 Tage später und ohne meine Teilnahme). Diesmal habe ich über WhatsApp einen Aufruf gestartet, wer mich begleiten möchte. Der Bierologe des Jahres, Josef Probst war prompt wieder motiviert. Ein Stammgast und „Ur“ Riedberger möchte mich auch begleiten. Mal sehen, wie ernst es ihm war.

Samstag, 08. September 2018 – Beginn: 14.30 Uhr  #cbfl  #linz #savewaterdrinkbeer #DaraufeinBier

Das werde ich nicht ganz schaffen. Ich besteige den Zug erst um 14.01 Uhr. Somit ist wahrscheinliche Ankunftszeit erst um 15.30 Uhr. Rückfahrt ist mit dem letzten Zug Richtung Ried um 21.30 Uhr geplant.

Wie befürchtet hat mich mein Stammgast versetzt. Macht aber nix. Pünktlich um 14.01 Uhr besteige ich den Zug nach Linz über Neumarkt-Kallham. Sepp erwartet mich schon. Es gibt viel zu besprechen, wir haben uns ja lange nicht mehr gesehen!

Bierologe des Jahres Sepp Probst und ich bei der Bahnfahrt nach Linz

Man fährt wieder Bahn …

Ankunft LINZ um 15.10 Uhr. Wir suchen uns noch schnell eine „Kneipe“ am Bahnhof, um den größten Durst zu stillen. Und Kaffee soll auch noch sein. Und ein Eis. Wie ein Kinderausflug? Nein, nein. Gestärkt machen wir uns auf den Weg zum Taxistand. Josef „Sepp“ raucht noch schnell eine Zigarette und schon geht es ab in Richtung Tabakfabrik. Das geräumige VW Taxi haben uns noch knapp zwei hochdeutschsprachige Nachbarn weggeschnappt. Wird’s halt der Mercedes. EUR 8,70 – mach bitte 10,– und schon sind wir im Getümmel. Eintritt EUR 10,– für das Glas und einen Gutschein über ein „Überraschungspaket“ für den nach Hause Weg. „Bitte auch noch Jetons?!“ – „Die bekommen Sie in der Mitte der Halle, rechts!“.

Beim Betreten des „neuen“ Veranstaltungsortes (bei meinem letzten Besuch war es noch in der Löshalle, welche aktuell umgebaut wird) treffen wir auch schon Micky Klemsch und seinen Sohn, beide äußerst beschäftigt mit den Darts. Nach kurzem Grüß Gott kaufen wir die ersten Jetons und begeben uns schnur stracks zum ersten Stand. Bewaffnet mit meiner Liste der Biere steuern wir den Stand von AleFried an. Zwei Biere habe ich davon auf meiner Liste. „Funky NEIPA“ und „Oud Bruin 2017“ sollten es werden. „Bitte nur GANZ wenig einschenken“ wurde wohl nicht sofort verstanden. „2 Jetons bitte“. „Ich habe nämlich mehr als 40 Biere auf der Liste, daher bitte ich um etwas Zurückhaltung bei der Menge“. Leider musste ich den Rest auch „zurückgeben“ und um das nächste Bier bitten. „Bitte ganz wenig!“. Diesmal hat es besser geklappt. „2 Jetons, bitte“. Auch dieses Bier habe ich beim nächsten Stand „entsorgen“ lassen. Beide waren mir im Abgang zu bitter und zwar eine kratzige eher unangenehme Bittere. Eben nicht mein Geschmack.

Daneben fand sich gleich der Stand von Mario „Bierschmied“ Scheckenberger. Seine Biere sind mir allesamt sehr gut bekannt und sein Meisterstück wird auch durchwegs immer als Referenzbier im Bereich Pils genannt. „Werk Nr. 5“ kenne ich noch nicht. Ein untergäriges Zirbenbier, welches Mario in kleiner Auflage zu seinem Geburtstag braut, erzählt mir Karlheinz Meidinger, welcher seinen Besuch auch per WhatsApp ankündigte. Die Zirbe ist ganz dezent im Hintergrund, nicht aufdringlich und als Hauch wahrnehmbar.

Ganz im Gegensatz zum ZirbAle von Bierkanter welches ganz intensiv nach Zirbe schmeckt. „An der Grenze des Erträglichen, aber doch noch sehr gut!“ sind sich Karlheinz und ich einig. Er hat übrigens auch ein Zirbenbier gebraut, um es bei der ABC (Österreichische Staatsmeisterschaft der Klein- und Hausbrauer alias Austrian Beer Challenge) einzureichen. Ich verkoste, obwohl nicht auf meiner Liste, noch weitere Biere von Bierkanter. Sepp hilft natürlich auch mit, dies lediglich zu Eurer Information! 😉 „Ich suche noch ein repräsentatives, gefälliges IPA für die Verkostung am Samstag in der Therme Geinberg“. Prompt werde ich hier am Stand fündig. „Welche Hopfen verwendest Du, oder ist das ein Geheimnis?“ – „Eigentlich ja. Die bekannten Bayrischen. Mandarin, … aber auch Centennial, …)“ Hört sich schon mal spannend an. In der Nase sofort eine Fruchtexplosion, die angenehm, nicht übertrieben wirkt. „Super Bier, kann ich da was mitnehmen, wenn es wäre?“ – „Werden wir schaffen!“. Wunderbar. „It’s All Good Man“ heißt das Bier, im Übrigen. Angeregt ob der Qualität des Verkosteten, bemühe ich mich noch um „Berry White“, eine Himbeer Weiße (nicht Berliner! Weisse, sondern klassisch) und um „Owl Eyes On Black“, einem Imperial Stout mit fast 20° Stammwürze. Herrlich!

Plötzlich steht Felix Schiffner (Vizeweltmeister der Sommeliers für Bier“ neben mir. Ein großes Hallo und Wie geht’s? Sein Leinsamenbier hat er natürlich auf im Gepäck. „Werde später noch vorbeischauen!“ – Was hast Du zu empfehlen (außer Deinem Bier natürlich) … Ich empfehle ihm die Biere von Bierkanter, …

Sylvia Prunthaller (vom OÖ Tourismus) ist auch vor Ort. Und Kevin Reiterer, welcher das Festival in Auftrag von Biorama organisiert hat. Und Micky Klemsch natürlich. Und natürlich machen wir ein Foto mit allen zusammen. Darauf ein Bier!

v.l.: Felix Schiffner, Bierkanter, Karl Zuser jun., Sepp Probst, Sylvia Prunthaller, David Schobesberger, Mario Scheckenberger (c) Micky Klemsch

Die Bierbuddies aus Tragwein schenken am Nebenstand aus. „Das Holy, Mojo! ist unbedingt zu empfehlen“ meint Karlheinz. Steht ja auch auf meiner Liste! Ein in einem Whiskeyfass holzgereiftes Black IPA. Sehr komplexes Bier. Gratulation!

Dr. Andreas Weilhartner präsentiert mir sein Bier

Wir steuern die nächste Brauerei an. Die Marktbrauerei – Linzer Biermanufaktur, welche auch am Linzer Südbahnhofmarkt ausschenkt, woher ich sie daher auch schon kenne, bietet auch einige IPAs an. „Das Stärkere? Wahrscheinlich!“ „Ja bitte, nicht das Session, wobei mit 5,4 % ist es auch nicht mehr ganz so „Session“?“ „Wir machen eben alles ein bisschen anders …“. „Das ist aber von der Bittere nicht IPA konform, eher Pale Ale?“ „Am Markt wollen es die Leute eher so …“. OK. „Funky Saturday“ war übrigens das „Stärkere“ und „Hoppy Friday“ das „Session“. Karlheinz empfiehlt mir noch das Holunderblütenbier, welches er am Markt getrunken hat. Stand so nicht auf der Liste …

Holunderblütenbier mit Lächeln

Jetzt wird es intensiv: der gemeinsame Stand von Bierol und Bierfracht kommt als nächstes dran. Marko Nikolic und David Raidl erklären mir „ihre“ Biere. Und es sollten SEHR viele werden. Einen kleinen Auszug davon habe ich Euch mit Fotos zusammengestellt. Insgesamt waren es mehr als 20 Biere. Und sehr viele davon sind in bleibender Erinnerung geblieben. Nicht nur die ganz Schweren (Barley Wine, …).

Auf einen kleinen Fehler in der Bierliste wurde ich auch aufmerksam (gemacht): Die Biere der Hopfenspinnerei gab es nicht am Stand der Bierfracht (Clownerie No. III „Hank wants his breakfast back“ hätte mich interessiert) und das „Koida Kaffee“ hat deutlich mehr als 5,2 % Alkohol (nämlich 8,2 %). Damit hatte ich aber dann gestartet (frisch vom Fass gezapft!). SEHR BEEINDRUCKEND! Werde ich mir für den Bierkeller zum Kombinieren und für Desserts bestellen.

Nach gefühlten zwei Stunden haben wir die Verkostung geschafft. Nicht, ohne noch das eine oder andere „Selfie“ mit Bekannten und Freunden zu machen. Johann Tausch, seines Zeichens Lehrer und Facebook Freund (sehr aktiv auf Linz bzw. Österreich isst …), war auch schon bei uns im Biergasthof zu Gast, weiters Mag. Gerald Kreft „Craft“, Instagramer und Craftbier Freund, deren Bilder ich „gestohlen“ habe…

(c) Gerald Kreft

Jetzt macht sich auch Hunger bemerkbar. Den vielen Bieren musste der Körper einfach Tribut zollen. Auf dem Weg zu Bioleberkäsestand treffe ich auch Freunde und Bekannte aus Ried. Gerald Hartl (von mir ausgebildeter Biersommelier und GF von Innviertel Tourismus), welcher mit seinem Neffen unterwegs ist, Thomas Streif (Oberösterreichische Nachrichten) mit Begleitung, und so weiter. Den Vorschlag, eine Leberkässemmel einzunehmen folgen gleich der Eine oder die andere.

„Käseleberkässemmel ist aus. Lediglich die Anschnitte kann ich noch anbieten!“ „Genau das wollen wir in eine Semmel“. Ich hätte es gerne aber in einer Breze gesehen! „Dann müssen Sie aber beides bezahlen!“ OK, kein Problem. „Bitte ein halbes Kilo Leberkäse und eine Breze dazu!“ „Das geht leider nicht, weil wir das nicht in der Kassa haben. Sie müssen eine Leberkässemmel und eine Breze bezahlen!“ Auch OK, dann nehme ich es eben in der Semmel, wenn es nicht anders möglich zu sein scheint. Auch Jetons sind wieder von Nöten. Diesmal gleich die doppelte Menge, ich habe noch Schulden am letzten Stand. Gott sei Dank ist man bekannt und kreditwürdig.

Mit dem Leberkäse wurde jedenfalls nicht gespart.

Nach kurzer, sitzender Ruhepause (eine Wohltat nach dem langen Stehen!) und dem Vorreservieren eines Taxis per MyTaxi App, begeben wir uns zum Stand der Michaelibräu, da schon so mancher gewinkt und gedeutet hat, wir sollten vorbei. sehen. (In aller Kürze: Michaliebräu ist ein Brauverein, der für seine Mitglieder Bier braut. Details dazu auf der Webseite!) Hier treffe ich auch Peter Krammer (der Bräu von Hofstetten) und Karin Vouk (BierIG) in Verkostungslaune. „Das ist ein ganz spezielles Bier, dass musst Du dann verkosten“ sagt Dr. Markus Mayrhofer. Ich versuche zuerst, meine Liste abzuarbeiten.

v.l.: Karin Vouk, Dr. Markus Mayrhofer, Peter Krammer, ???, meine Wenigkeit

Ein Vanilla Stout wird laut Liste mit 4,8 % ausgelobt. Das Bier zuerst. PUH! Sehr viel Vanille, aber auch sehr viel Körper. Deutlich Röstmalzbittere. Das passt nicht, mit den 4,8 % eher 8,4 %, was mir dann auch so bestätigt wird. Fruchtlambic im Holzfassgereift „Kriek Scherr“. Sehr ausgewogen. Hut ab. „Sinn des Lebens“, ein Barley Wine, den finde ich nicht so perfekt. Aber! Wir jammern schon auf hohen Niveau! Leider habe ich die Black Pearl übersehen, sonst hätte ich die natürlich auch noch gekostet.

Jetzt möchte ich auf die angekündigte Verkostung des Spezialbiers (welches nicht auf der Liste erwähnt wird) zurückkommen. Markus nimmt sich meiner an und wir Verkosten „was das Zeug hält“. Wo fange ich an? Zuerst das Kriek, in seiner ursprünglichen Variante (nicht im Holzfass gereift), danach ein Fruchlambic namens „Passions Michl“, mit Maracuja natürlich, danach ein Oude Bruin, und zum krönenden Abschluss noch das Imperial Shades of Red – ein Flanderns Red im Rumfass gereift. Nochmals Hut ab. Ich bestelle noch Grüße von Oberkellnerin Susi (Beide haben gemeinsam das Upgrade zum Diplom Biersommlier in Obertrum gemacht) und verspreche, sie (die Truppe der Michaeli Bräu) mal in Leonding zu besuchen. Im Frühjahr …

Jetzt wird es aber schon knapp mit der Zeit. Nur noch eine Stunde bis 21 Uhr, wo uns das Taxi draußen erwartet. Eigentlich hätte ich noch einige Biere auf der Liste, das wird sich aber nicht ausgehen. Auch bei den Mühlviertler Kollegen (Felix Schiffner, Hofstetten, Freistadt, Schlägl) war ich noch nicht. Dann eben bei der nächsten Gelegenheit. Jetzt hat mich auch Christian Ruhsam vom Biertempel in Linz erblickt. Wir haben ja ab sofort – endlich – das Premium Cola im Biergasthof Riedberg im Sortiment, das von ihnen geliefert wurde. Bei dieser Gelegenheit sollte ich natürlich auch Bier bei ihnen einkaufen. Eine Brauerei aus Budapest wird mir sehr ans Herz gelegt. 6 Flaschen zum Verkosten stehen im Wirtshaus schon seit ein paar Tagen bereit, um verkostet zu werden. Mal sehen. Beim Stand des Biertempels treffen wir auch auf Herbert Höglinger. Wir unterhalten uns darüber, wie viele Brauereien es aktuell gibt (und ob ich eine neue wisse?) und ob Kuckucksbrauereien als Brauereien gelten. Schnell noch ein Foto (leider noch nicht gefunden, wurde mit Herberts Telefon gemacht) und dann heißt es auch schon verabschieden.

v.l.: Karl Zuser jun., Herbert Höglinger, Christian Ruhsam vom Biertempel (c) Herbert Höglinger

Jetzt aber hurtig! 20.40 Uhr. Noch schnell zum Stand vom Bierkanter und die 12 Flaschen IPA für die Verkostung am Samstag besorgt, dann noch das Überraschungspaket abgeholt – zuerst zur Kassa beim Eintritt dann zurück zur Jeton Kassa, kurz Markus Betz von den Beerlovers noch begrüßt und zugleich verabschiedet, dann aber das Sackerl geschnappt – übrigens gefüllt mit viel Prospektmaterial und einer Dose Punk IPA – und dann im Laufschritt zum Ausgang, da die App schon gemeldet hat, dass das Taxi wartet.

„Sind Sie das?“ „Ja, nur hereinspaziert!“ „Zum Bahnhof bitte“ „Ich weiß. Das Sie mit der App bestellt haben?“ „Ich fahre lieber offiziell, als mit den Privaten. In der Hotellerie kämpfen wir auch mit den privaten Anbietern von AirBnB“ „Das freut mich“. EUR 8,30 macht es aus. „10 Euro bitte und einen Beleg“. Noch schnell ein Ticket für Sepp besorgt bis Braunau und dann zum Bahnsteig. Der Zug hat einige Minuten Verspätung und ist gut gefüllt. Wir setzen uns zu einem jungen Mädchen, dass mit Ukulele reist. In Wels heißt es ja schon wieder umsteigen. Dieser Zug startet hier und ist entsprechend leer. Das Mädchen mit der Ukulele setzt sich wieder zu uns und muss grinsen. Jetzt kommen noch die angeheiterten vom Welser Volksfest hinzu. Ist ja auch der letzte Zug in Richtung Heimat.

Um 22.36 Uhr verabschiede ich mich von Sepp, nachdem wir die Flaschen umgepackt haben. Ich schenke Sepp mein Punk IPA und mache mich auf den nach Hause Weg.

Kurze Zusammenfassung: Für mich war es wieder ein spannender und interessanter Ausflug in die Welt des Craft Bieres. Viele Freunde und Bekannte getroffen. Zahlreiche interessante Gespräche geführt. Zum Festival lest man ja im Internet dann immer wieder die Reaktionen und Kritiken, wie: die Leberkässemmel ist zu teuer (EUR 4,– ist der Österreicher eben nicht gewöhnt, auch nicht für Bio Qualität), der Eintritt zu viel, keine Jetons mit dem Eintritt, … Die gleichzeitig stattfindende Linzer Klangwolke, das Welser Volksfest und so manche andere Veranstaltung haben dem CBF sicher auch Gäste am Samstag gekostet. Einige Aussteller haben mir gegenüber das auch bestätigt. Für mich war es perfekt, da ich mit jedem ausführliche Gespräche führen konnte. Ich hoffe, dass es auch nächstes Jahr (oder in zwei Jahren?) wieder stattfindet. Darauf ein Bier!

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