Neues vom Biergasthof Riedberg

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30
Dez.

Braukunst trifft Heimat: Die Entstehung von Zusers feinsten Meilensteinen

Zusers feinste Meilensteine

Vier Biere. Vier Jahreszeiten. Vier Kapitel Innviertel im Glas.

Manche Geschichten stehen in Chroniken. Andere stehen im Wirtshaus. Und die besten? Die landen irgendwann als feiner Schaumkranz am Glasrand.

Die Idee zu Zusers feinsten Meilensteinen ist genau so entstanden: Aus dem Wunsch, vier markante Ereignisse rund um Ried im Innkreis nicht nur zu erzählen, sondern bierkulinarisch und jahreszeitlich spürbar zu machen. Nicht als staubige Jahreszahlen – sondern als lebendige Genussmomente. Ein Schluck, und die Vergangenheit hebt kurz den Hut.

Denn: Das Innviertel ist nicht laut. Es ist herb, herzlich und eigensinnig – und genau so sollen diese Biere sein. Vier Meilensteine, streng limitiert, exklusiv für den Biergasthof Riedberg in der Bierregion Innviertel. Gebraut mit der Brauerei Ried – und mit dem Anspruch, dass jedes Bier nicht nur „gut“, sondern bedeutungsvoll ist.

Warum überhaupt „Meilensteine“?

Weil Bier mehr kann als Durst löschen. Bier kann Erinnerung. Bier kann Heimat. Bier kann Jahreszeit.

Die Meilensteine sind unsere Antwort auf eine Frage, die uns im Wirtshaus immer wieder begegnet:
„Was ist denn euer besonderes Bier?“

Die ehrliche Antwort: Kommt drauf an, welche Geschichte Sie heute hören möchten.
Und ob der Abend nach Frühling, Sommer, Herbst oder Winter schmecken soll.

So wurde aus einer Idee eine Serie. Und aus einer Serie ein Ritual: Vier Flaschen, vier Stimmungen, vier Hintergründe – für Menschen, die nicht nur Bier trinken, sondern gerne Bier erleben.

Die Philosophie dahinter: Regional. Saisonal. Sinnvoll.

Bei jedem Meilenstein war uns wichtig:

• Ein echter regionaler Bezug (nicht „irgendwas mit Geschichte“, sondern unsere Geschichte)
• Eine klare Jahreszeit als Bühne für Aroma und Stil
• Ein eigenständiger Charakter, damit jedes Bier seinen Platz hat
• Limitierung, weil Besonderes nicht beliebig sein darf

Und ja: Wir wurden gefragt, ob wir das „größer“ machen wollen. Aber diese Biere sind wie ein guter Stammtisch: Je größer er wird, desto schneller verliert er sein Herz. Darum bleiben die Meilensteine das, was sie sein sollen: Biere für Freunde, Gäste und Genießer.

Die vier Meilensteine

1779 – Hommage an den Frühling, dem Frieden von Teschen gewidmet

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(c) Foto: TVB/Klugsberger

Am 13. Mai 1779 endete der Bayerische Erbfolgekrieg im Frieden von Teschen. Das Innviertel – lange zwischen Bayern und Österreich umstritten – wurde endgültig Oberösterreich zugeordnet. Und aus „umfehdet“ wurde: verwurzelt.

Bis heute spürt man diesen Innviertler Charakter: herb, geradeaus – und im Kern warm.

Zusers Meilenstein 1779 hebt das Innviertel hoch – mit feinster Holunderessenz. Wie ein Frühlingsspaziergang, bei dem man plötzlich stehen bleibt, weil’s so gut riecht.

Kurz & bierig:

• Stil: Weizendoppelbock
• Stammwürze: 18,5 %
• Alkohol: 7,5 % Vol.
• Charakter: kraftvoll, frühlingshaft, mit Holunderblüten-Note im Geschmack

1536 – Hommage an den Sommer und die Brauerei Ried

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(c) Foto: TVB/Klugsberger

1536 wurde am heutigen Standort die Brauerei Ried gegründet (inoffiziell soll’s sogar bis 1432 zurückreichen). Ihre Geschichte war wechselhaft – ihre Qualität blieb konstant. Und wenn eine Brauerei über so viele Generationen hinweg das Handwerk hochhält, dann verdient sie nicht nur Applaus, sondern auch eine flüssige Verbeugung.

Zusers Meilenstein 1536 ist genau das: eine Hommage an die Braukunst – sommerlich, lebendig und mit einem Augenzwinkern Richtung „Tradition kann auch frisch sein“.

Kurz & bierig:

  • Stil: Vollbier
  • Stammwürze: 13,0 %
  • Alkohol: 5,5 % Vol.
  • Zutatenschwerpunkt: Malz, Kräuter bzw. Ingwer, Hopfen

1857 – Hommage an den Herbst, der Rieder Stadterhebung gewidmet

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(c) Foto: TVB/Klugsberger

Am 20. November 1857 wurde Ried im Innkreis – damals der größte Markt Österreichs – von Kaiser Franz Josef I. zur Stadt erhoben. 1859 kam das Stadtwappen dazu. Heute ist Ried wirtschaftlich stark, geschichtsträchtig und gleichzeitig in Bewegung – Tradition und Zukunft gehen hier gern nebeneinander her.

Zusers Meilenstein 1857 feiert diese Stadt mit feinstem Kastanienaroma: herbstlich, rund, wohlig. Ein Bier wie ein goldener Nachmittag, wenn die Luft schon nach Kamin und „noch eins“ riecht.

Kurz & bierig:

• Stil: Vollbier
• Stammwürze: 13,5 %
• Alkohol: 5,8 % Vol.
• Besonderheit: Maronipüree für die Kastanien-Note

1960 – Hommage an den Winter, Freunden und Gästen gewidmet

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(c) Foto: TVB/Klugsberger

Der persönlichste Meilenstein: 1960.
Am 1. April 1960 wurde der Gasthof Riedberg eröffnet, am 1. November desselben Jahres tauchte er erstmals urkundlich in der „Rieder Ratsch’n“ auf. Viel ist seither passiert – und doch ist der Kern geblieben: Menschen zusammenbringen, gut bewirten, Geschichten sammeln.

Zusers Meilenstein 1960 ist darum eine Hommage an den Winter, an die Adventzeit, an Freunde und Gäste aus fünf Jahrzehnten – und an das Wirtshausgefühl, das wärmt, wenn’s draußen kalt ist. Honig und Gewürze geben dem Bier jene gemütliche Tiefe, die man nicht hastig trinkt, sondern genussvoll auskostet.

Kurz & bierig:

• Stil: Honigbier (Honig-Gewürzbier)
• Stammwürze: 12,4 %
• Alkohol: 5,2 % Vol.
• Charakter: winterlich, rund, wärmend

Wie genießt man die Meilensteine am schönsten?

Ein kleiner Vorschlag aus der Bürgerstube – ganz ohne steife Regeln:

• Frühling (1779): Zeit lassen – ein Doppelbock erzählt langsam und bedacht
• Sommer (1536): kühl, aber nicht eiskalt – damit Kräuter und Hopfen sprechen dürfen
• Herbst (1857): zum Bratl, zu Käse oder einfach als „Feierabend in flüssig“
• Winter (1960): Kerzen an, Gespräche auf, Glas nicht zu schnell leer werden lassen

Und wenn Sie die Hintergründe dazu live hören wollen: Im Biergasthof Riedberg warten nicht nur die Flaschen, sondern auch der passende Rahmen – inklusive unserem einzigartigen Bierkeller mit mehr als 500 Bieren aus aller Welt.

Wo gibt’s die Meilensteine?

Exklusiv beim Biergasthof Riedberg, Südtiroler Straße 11, 4910 Ried im Innkreis, Österreich – in der Bierregion Innviertel. Je nach Verfügbarkeit auch im Webshop bei den Biergeschenken:
https://www.riedberg.at/bier/biergeschenke/

Und wer das Ganze als Erlebnis möchte (Bier, Geschichten, Verkostung):
https://www.riedberg.at/bierreise-finder/ 

Wie die Meilensteine entstanden (2012–2013)

Die Idee zu Zusers feinsten Meilensteinen hat keinen Besprechungstisch benötigt – sie hat eine Inspiration gebraucht. Und einen Anlass: die Diplom-Biersommelier-Ausbildung von Karl Zuser jun. rund um 2012–2013.

Diplom Biersommelier Karl Zuser jun. beim intensiven Studium

Als Vorbild stand damals ein Bier, das vielen Bierfreunden ein Leuchten in die Augen zaubert: Schneider Weisse TAP5 – meine Hopfenweisse. Dieses „So geht Weizenbier auch!“ war der Funke. Und der Funke wurde bei uns zur Flamme.

Das erste Bier, das wir gemeinsam mit der Brauerei Ried in dieser Sonderlinie (nach dem Zusers Bürgerbräu – im Jahre 2000) umgesetzt haben, war ein Weizen-Doppelbock, gehopft mit Amerillo und Cascade (Kalthopfung). Der Name war so direkt wie ehrlich: „Weizen-Doppelbock, kalt gehopft“.

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v.l.: Karl Zuser jun., Braumeister Niklas, Wolfgang Schiessl

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Damals entstand auch eine besondere Vermarktungsidee: Gemeinsam mit dem damaligen Badwirt (jetzt Hotel zur Post) in Obernberg, Wolfgang Schiessl, wurde eine Wendeetikette entwickelt. Eine Seite für unser Wirtshaus, eine Seite für seines – das Bier war dasselbe, aber jede Seite erzählte ihre eigene Geschichte. Eine clevere Lösung, die gezeigt hat: Bier ist Handwerk – und Vermarktung ist manchmal auch Handwerk.

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Nur: Genau da kam die Realität mit dem Holzhammer.
In Österreich war (und ist) das Wort „Bockbier“ für viele Konsumenten leider ein Bremsklotz. Kaum ausgesprochen, war die Neugier oft weg – Kaufimpuls ade. Trotzdem: Wir haben die 1.680 Flaschen gut verkauft, und es gibt nur noch wenige Restbestände, welche noch immer ausgezeichnet zum Genießen sind.

Und dann kam die Entscheidung: Wir machen weiter. Aber anders.

Für die nächste Auflage wechselten wir nicht nur die Erzählweise, sondern auch das Gewand: weg von der 0,33-l-Flasche, hin zur 0,75-l-Belgischen Ale Flasche. Und vor allem: weg vom reinen Stilnamen – hin zu einem Meilenstein der Region.

So wurde der erste „echte“ Meilenstein geboren: 1779.
Ein Datum, das im Innviertel sitzt wie ein gut eingeschenktes Seiterl: Der Frieden von Teschen – der Moment, in dem sich das Innviertel erstmalig vom bayerischen Nachbarn getrennt hat und Teil Oberösterreichs wurde. Plötzlich war das Bier nicht nur stark und aromatisch, sondern auch verständlich erzählbar. Die Vermarktung wurde deutlich leichter, weil die Geschichte die Menschen abgeholt hat.

Ganz ohne Stolperstein ging’s aber nicht: Auf dem Etikett wurde der Begriff „feinste Holunderessenz“ prominent platziert – und das hat einige Konsumenten verwirrt. Manche dachten, es wäre Holunderextrakt eingebraut worden. Das stimmt so nicht.

Das Holunderblüten- und Pfirsichartige entsteht bei diesem Bier durch Hopfen und Hefe: durch das Zusammenspiel der Aromastoffe des Hopfens und die Gärnebenprodukte der Hefe, die während der Gärung diese fruchtigen, blumigen Noten entstehen lassen. Kurz gesagt: Die Natur macht das Aroma – nicht der Sirup.

Und genau da liegt die Seele der Meilensteine:
Nicht „laut um jeden Preis“, sondern handwerklich, erklärbar, regional verwurzelt – und mit jeder Flasche ein Stück Innviertel im Glas.

Wie aus einem Meilenstein eine Serie wurde

Ein einzelner Meilenstein ist nett – aber vier Meilensteine sind eine Geschichte, die man trinken kann. Darum war nach dem 1779 klar: Da geht noch mehr.

Gemeinsam mit dem damaligen Kreativbrauer Gerhard Litzlbauer sowie rund um die beiden Braumeister Josef Niklas und Gerhard Hörantner haben wir beschlossen, weitere besondere Biere einzubrauen – Biere, die nicht nur nach Bier schmecken, sondern nach Innviertel, Jahreszeit und Idee.

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Selfie vom Verkosten

Das 1779 war noch nach dem deutschen Reinheitsgebot eingebraut. Die folgenden drei Biere wären dort streng genommen keine „Reinheitsgebots-Biere“ mehr – in Österreich ist das aber eine eher akademische Diskussion. Bei uns gilt das (deutlich strengere) Lebensmittelgesetz, und diese Biere dürfen sich ganz offiziell das nennen, was sie auch sind: Kreativbiere.

Und weil wir nicht nur Daten, sondern auch Stimmungen einfangen wollten, kam die nächste Entscheidung dazu:
Vier Meilensteine – vier Jahreszeiten.
So bekam jedes Bier neben seiner Geschichte auch eine klare Rolle im Kalender.

1536 – Meilenstein der Braugeschichte, Sommerbier

1536 ist ein Meilenstein der Braugeschichte: In diesem Jahr wird die Brauerei Ried am heutigen Standort erstmals urkundlich erwähnt. Und wenn man so will, ist das auch der Moment, in dem die Region ihren Bierstempel bekommt.

Die erste Idee war „feinste Kräuteressenz“ – mit Wacholderbeeren, Thymian und Lorbeerblatt. Ziel: ein Bier als Begleiter zu mediterranen Speisen.
Nur: In der Praxis hat sich dieser Kräutercharakter im Bier nicht so deutlich gezeigt, wie wir uns das gewünscht hätten.

Also haben wir den Sommer neu interpretiert – und sind bei einer Ingwer-Variante gelandet: ein echtes Ingwerbier, nicht als Limonade, sondern als Bier. Sommerlich, lebendig, anders. So wurde 1536 endgültig zum Sommer-Meilenstein.

1857 – Meilenstein der Stadtgeschichte, Herbstbier

Dann kam das 1857: Ried wurde zur Stadt erhoben – und unser Bier quasi zur Stadterhebung.
Ein Herbstbier, veredelt mit Maroni, das als „feinste Kastanienessenz“ bekannt wurde. Warm, rund, erdig – wie ein Spaziergang durch Ried, wenn die Blätter schon wissen, was sie tun.

1960 – Meilenstein der Wirtshausgeschichte, Winterbier

Und schließlich das 1960 – unser Meilenstein der Gastronomie.
Der Großvater von Karl Zuser jun., Karl Zuser sen., erwarb den Riedberg von der Brauerei Ried und eröffnete das Wirtshaus. Das Gebäude wurde 1958 errichtet, der Start als Gasthof war 1960 – nachzulesen übrigens auch in unserer Chronik „Riedberg 50 Jahre Gastronomie“.

Dieses Bier ist unser Winter-Meilenstein, unser Bier für die Weihnachtszeit: ein Honig-Gewürzbier, verfeinert mit Zimt und Nelken – im besten Sinn „Lebkuchengewürz“ im Bierglas.

Eine Sonderedition mit Orangenschalen haben wir ebenfalls versucht. Und da kommt der Teil, den man im Marketing manchmal weglässt – wir aber nicht:

Wir haben die Orangenschalen unterschätzt und zu vorsichtig behandelt, weil wir Angst vor zu viel Bittere hatten. Damit haben wir vermutlich etwas ins Bier gebracht, was Brauer gern als „Infektion“ bezeichnen: eine leichte Säureentwicklung.

Wenn also jemand eine Flasche 1960 öffnet und einen Hauch (oder auch eine erkennbare) Säure bemerkt, dann ist das sehr wahrscheinlich die Orangenschalen-Variante, die eine leicht saure Gärung angenommen hat.

Wer mit Sauerbier umgehen kann, wird das Bier verstehen.
Und wenn nicht: Gerne bei uns im Biergasthof gegen eine frische Flasche tauschen.

Verkostungsnotizen für die Meilensteine

Beschreibung von Wichtelpartner 2025 – Marco Liebig

Zusers 1960 – Feinste Lebkuchenessenz

0,75l braune Flasche
Bierstil: Gewürzbier im Stil eines Märzen
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Gewürze, Honig, Hopfen, Hopfenextrakt
Stammwürze 12,4
Alkohol 5,2% Vol.

Gebraut und abgefüllt von:
Brauerei Ried e. Gen.
A-4910 Ried im Innkreis

Wer mag, kann sich die Geschichte von der Brauerei hier einmal angucken:
Mit einer Flaschenabfüllgeschwindigkeit von 18.000 Flaschen pro Stunde hat die Brauerei sich 2025 in eine ihrer größten Investitionen geschmissen.

Bier im Innviertel – bayerisches Erbe in Oberösterreich
Das Innviertel liegt heute in Oberösterreich, war aber bis 1779 Teil des Herzogtums Bayern. Erst der Friede von Teschen schlug die Bezirke Braunau, Ried und Schärding Österreich zu.

Diese lange Zeit als bayerisches Grenzland prägt die Bierkultur bis heute.Frühe Spuren des Bieres finden sich in Marktstädten und Klöstern.

In Ried im Innkreis wird 1536 ein „Bräustadl“ erwähnt. Auf diesem Standort steht die heutige Brauerei Ried, eine der ältesten durchgehend belegten Braustätten der Region.

Im Stift Engelszell an der Donau wurde schon in der frühen Neuzeit gebraut. Die Trappisten nahmen das Brauen 2012 wieder auf und verbinden Klostertradition mit modernen Starkbieren. Damit kam Bier nicht „plötzlich“ ins Innviertel.

Es wächst aus drei Quellen:
– bayerische Landesgesetze und Brauordnungen
– klösterliche Eigenversorgung
– städtische Wirte und Bürger, die Braurechte erwerben

Solange das Gebiet zu Bayern gehörte, galten dort die strengen bayerischen Vorstellungen von „gutem Bier“. Das förderte eine solide Lager- und Weißbierkultur. Oberösterreich wird später gerade wegen dieses Innviertler Erbes als starkes „Bierland“ beschrieben.

Im 19. Jahrhundert verstärken neue Techniken diesen Trend. Die Brauerei Ried wird 1908 zur Genossenschaftsbrauerei und bleibt bis heute regional verankert.

Viele Betriebe setzen auf lokale Gerste, Hopfen aus der Umgebung und einen engen Kontakt zu den Wirten. Das wirkt wie ein Gegenmodell zu großen Industriebrauereien.

Heute vermarktet sich die Region offen als „Bierregion Innviertel“. Rund zehn Brauereien – von Ried über Wurmhöringer und Schnaitl bis zum Engelszeller Stiftsbräu – bieten Dutzende Biersorten.

Mit dem „Innviertler Biermärz“ gibt es einen eigenen Aktionsmonat mit Verkostungen, Menüs und Kulturprogramm.

Wie unterscheidet sich das Innviertel vom Rest Österreichs?

– höhere Brauereidichte auf kleiner Fläche
– starkes bayerisches Weißbier-Erbe, neben klassischem Märzen
– viele mittelständische Privat- und Genossenschaftsbrauereien statt großer Konzerne
– bewusste Verbindung von Bier mit Regionaltourismus und Kulinarik

Bier im Innviertel ist damit mehr als ein Getränk.

Es erzählt die Geschichte eines Grenzraums, der politisch österreichisch wurde, kulturell aber vieles Bayerische bewahrt hat – und dieses Erbe heute selbstbewusst ins Glas schenkt.

Zum Bier selbst:

Aussehen im Glas:
Kastanienbraunes Bier mit feinporigem Schaum mit einer haselnussbraunen Farbe.

Geruch:
Karamelliger Lebkuchenessenz

Antrunk:
Lebkuchengewürz, stark gebräuntes Karamell, sehr mild balancierte Bittere.

Abgang:
Das Lebkuchengewürz bleibt lange bestehen. Es drängt sich auf und ist sehr präsent wird aber nicht bedrängend.

Ein vollmundiges Gefühl bleibt.

Mit Zusers Bierschokolade bekommt das Ganze nochmal mehr Tiefe. Passt beides sehr gut.

Die 0,75er Flasche reicht mir persönlich für den Abend. Bin aber nicht abgeneigt, das ein nächstes Wochenende zu wiederholen.

Danke Karl für dieses Bierchen und dass Du mein Wichtelpartner bist.

Beschreibung Zusers Meilenstein 1960 von Moritz Hefner – Wichtelpartner 2024

Erst einmal Frohe Weihnachten in die Runde!

Dann ein Dickes Sorry vor allem an Marco Liebig, der sich wieder dankenswerterweise um die Organisation gekümmert hat und auch an Karl Zuser Jun von dem ich diese Flasche gewichtelt bekommen habe. Das war ein wilder und voller Dezember.

Nun aber zum Bier, verkostet am 14.12.2024:

Zusers Meilenstein 1960 Feinste Lebkuchenessenz

Geschichte zum Bier laut Website:

Das „1960“ ist aus der Idee entstanden, vier markante Ereignisse der Region rund um Ried im Innkreis bierkulinarisch und jahreszeitlich zu würdigen:

Die Eröffnung des Gasthofs Riedberg fand am 1. April 1960 statt und bereits am 1. November wurde er erstmals urkundlich in der „Rieder Ratsch’n“ erwähnt. Vieles ist seither geschehen, aber wir haben es immer wieder geschafft, das traditionell Gute in die Gegenwart mitzunehmen – es zu erweitern und es weiter zu entwickeln. Zusers 1960 feiert mit seinem feinsten Honigaroma nicht nur die eigene Wirtshausgeschichte, sondern auch die Gäste aus fünf Jahrzehnten.

Verkostungsnotizen:

Erscheinung:

Trübes Cappuccino-braun mit feinporigem, leicht cremigem, semi-stabilem Schaum.

Aroma gibt vordergründig Lebkuchenaromen mit Zimt, Nelke und Sternanis. darunter eine Honig-Schoko Kombi mit dem Süßen der Honigwabe und einem Hauch Kakaostaub.

Im Antrunk malzdominierend. Leichter Körper der trotzdem voll daher kommt. Feine, cremige Perlage. Süße zurückhaltend und eher Gewürzunterstützt. Geringe Bitterkeit.

Obergärig? Nennt sich Honigbier, in den Zutaten allerdings kein Honig?

Rund, stimmig, lecker. Gefällt mir.

Honigbier – Stammwürze 12,4 %, 5,2 % Vol. Alk. Zutaten: Wasser, Malz (enthält glutenhaltiges Getreide), Gewürze, Hopfen, Hopfenextrakt

Dazu gabs noch eine Tafel Zusers Feinste Bierschokolade, die super lecker war und perfekt zum Bier gepasst hat.

Abgang: anhaltende Bittere, leichte Schärfe

Gesamteindruck: ausgesprochen gelungenes Ginger Ale und hervorragend kombinierbar.

Erhältlich:
Exklusiv und nur im Biergasthof Riedberg, im einzigartigen Bierkeller oder in der Biergreisslerei. Gerne senden wir Ihnen auch die eine oder andere Flasche zu. Fragen Sie uns einfach! Darauf ein Bier!

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