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Neues vom Biergasthof Riedberg

04
Mai

Quo Vadis, europäische Bierkultur?

Die Ergebnisse des World Beer Cup 2018 sind online!

Der zweijährig stattfindende Bierverkostungswettbewerb (mit Ziel, das beste Bier nach amerikanischen Bierstilen! der Welt zu ermitteln) fand diese Tage zum 11. Mal statt. Östereichs Brauereien haben es heuer, wie zuletzt 2006! nicht geschafft, ein Bier auf das Siegertreppchen zu hieven! Das möchte ich nun versuchen, zu erörtern.

Zum vielleicht besseren Verständnis, zuerst einige Fakten: 

101 Kategorien (Bierstile) stehen zum Einreichen zur Verfügung
8234 Biere stellten sich der Jury; aus
66 Länder wurden Biere eingereicht

2515 Brauereien sendeten deren Gerstensaft nach Louisville, Colorado
807 Brauereien waren nicht aus Amerika
302 Preise (von 303 möglichen bei 101 Einreichungsmöglichkeiten zu je 3 Plätzen – Gold, Silber, Bronze) wurden vergeben

82 Biere wurden somit im Schnitt je Kategorie eingereicht, aber natürlich gab es Kategorien, die – traditionell – höhere Werte erzielten
377 Einreichungen in der Kategorie American-Style India Pale Ale
196 Einreichungen in der Kategorie Imperial India Pale Ale
196 Einreichungen in der Kategorie Wood- and Barrel-Aged Strong Beer
190 Einreichungen in der Kategorie Wood- and Barrel-Aged Strong Stout
… wovon man einen Trend und eine Tendenz der aktuell am beliebtesten Bierstile ableiten könnte?

295 Juroren (fast ausschließlich Diplom Biersommeliers und fachkundige Verkoster) aus
33 Nationen prüften, verkosteten und bewerteten die Biere
212 davon (Juroren) sind nicht in der USA beheimatet!

Die meisten Preise gingen an:
242 USA (1755 einreichende Brauereien)
14 Kanada (154 einreichende Brauereien)
9 Deutschland (83 einreichende Brauereien)

Das „effektivste“ Land war Belgien (28 Brauereien) mit 10 % an Gewinnerbieren im Verhältnis zu den eingereichten Bieren

Aus Österreich wurden Biere von folgenden Brauereien eingereicht:

Beaver Brewing Company
Biermanufaktur Loncium GmbH
Bierol
Brauerei Grieskirchen GmbH
Brauerei Hirt GmbH
Brauerei Jos. Baumgartner GmbH
Brauerei Murau eGen
Collabs Brewery
Gösser
Muttermilch
Ottakringer Brauerei AG

Ziel der Brauereien?

Ich vermute mal, dass ein Sieg bei dieser „Weltmeisterschaft“ bzw. Olympischen Spielen des Bieres, wie sich der Award selber bezeichnet, den Brauereien hilft, deren Biere besser zu vermarkten und somit den Absatz anzukurbeln. Was ja auch beweisbar wäre …

Warum reichen dann so wenige europäische Brauereien deren grundsätzlich ausgezeichneten Biere ein?

Die Gründe sind wahrscheinlich mannigfaltig, daher versuche ich meine Sicht dazu wider zu geben:

Kosten:
Die Teilnahme schlägt mit USD 180,– zum Start und für jedes Bier zusätzlich mit USD 180,– zu Buche. Dazu kommen neben den Kosten für das Bier an sich noch die Transportkosten in die USA – am besten natürlich per Flugzeug, da das Bier ja möglichst frisch ankommen soll. Wenn man dann noch der Gewinner Zeremonie beiwohnen darf/soll/muss, kommen auch noch die Flug- und Hotelkosten dazu. Da ist man sehr schnell bei mehreren Tausend Euros oder USD.

Aufwand:
Da der Award immer hochwertiger wird und die eingereichten Biere immer mehr werden, darf kein Aufwand gescheut werden, um DAS perfekte Bier zum richtigen Zeitpunkt abzugeben. Im Umkehrschluss könnte man wagen zu behaupten, dass natürlich die Amerikaner einen Heimvorteil haben. Nicht etwa aufgrund der Jury, o. ä. NEIN! Aber sie können die Biere „knapper“ abgeben (die Biere müssen in einem sehr knappen Zeitfenster von 19. bis 23. März 2018 in Louisville eintreffen!). Die Europäer (und natürlich alle anderen nicht amerikanischen Kontinente) sind somit angehalten, deren Biere rechtzeitig los zu senden. Ein Brauen von Bieren auf den Punkt wird somit ungleich schwieriger, als wenn man nahezu vor Ort lebt? Weiters gibt man sein Bier „aus der Hand“ und man kann die Kühlkette, den Umgang damit und Sorgfalt nicht mehr gewährleisten, den/die es benötigen würde.

Matthias Schnaitl IV (Via Facebook): man könnte auch noch erwähnen , dass man sich bei der FDA (food&drug administration) in den USA registrieren muss. Wenn man sich die Alkoholbestimmungen, Deklarationen und rechtliche Verantwortung durchliest vergeht einem auch die Lust einzureichen.

Anerkanntheit des Awards in Europa:
Ob dem Award in Europa die selbe Anerkanntheit widerfährt, wie in den USA ist schwer zu sagen. Je weniger Biere in Europa gewinnen, desto weniger wird darüber berichtet werden. In meiner persönlichen Wahrnehmung ist der European Beer Star das Adäquat zum WBC und daher auch bei den (europäischen) Brauereien beliebter, da obig genannte Gründe sich als einfacher und kostengünstiger erweisen. Zur Info: der EBS ist ebenso international, aber die Bierstile sind rein Europäisch!

Ausreden oder logische Schlussfolgerung?
Aber es haben doch in der Vergangenheit auch immer wieder österreichische Brauereien punkten und gewinnen können, könnte man sich die Frage stellen? Tja, aber die „ewigen“ Gewinner haben heuer eben nicht eingereicht …

Zusammenfassung:
Es verhält sich eben wie im richtigen Leben: Dabei sein ist alles und es kann lediglich einen Gewinner geben. Die Tagesverfassung und der Wille zählen. Gutes und sehr gutes Bier wird mittlerweile weltweit gebraut. Genießen wir das Bier unserer regionalen Brauereien, damit wir uns gemeinsam stärken. Darauf ein Bier!

Onlinesuche nach Jahr/Land/Bierstil

Hier geht’s zur Gewinnerliste (PDF) 2018

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