Neues vom Biergasthof Riedberg

23
Mai

Weg nach München – Weltmeisterschaft der Diplom Biersommeliers!

Karl Zuser jun. beschreibt den Weg und die Vorbereitungen bis zur Weltmeisterschaft am 10. September 2017 im Rahmen der DrinkTec in München.

Zuallererst möchte ich danke sagen zu Allen, welche für die Organisation, Vorbereitung und den Erfolg mitverantwortlich zeichn(et)en:

dem Verband der Brauereien, als Bildungsträger auch für die Ausbildung der Biersommeliers zuständig. Dieser Unterstützt uns tatkräftig bei den Vorbereitungen
dem BierKulturHaus für die Trainingsunterlagen und das bevorstehende Trainingslager
den Kolleginnen und Kollegen aus dem Kreis der österreichischen (Diplom) Biersommeliers, welche sich Zeit genommen und sich qualifiziert haben

Als Grundlage für die Teilnahme galt die Qualifizierung bei der Österreichischen Staatsmeisterschaft der Sommeliers für Bier im Herbst 2016. Ich habe davon berichtet. Bericht zur Staatsmeisterschaft

Samstag, 29. Oktober 2016, 17.30 Uhr. Die Finalisten und die Teilnehmer an der Weltmeisterschaft für Biersommeliers werden von Jens Luckard, im Rahmen der Österreichischen Staatsmeisterschaft der Sommeliers für Bier (ich habe berichtet!), in Kaltenhausen, verkündet. Ich staunte nicht schlecht, dass meine Nummer als Erstes verkündet wurde. Somit war es fix: Wir fahren als Teilnehmer zur WM!! Die Freude ist riesengroß und die Arbeit steht uns jetzt erst bevor. Gratulation an dieser Stelle noch einmal an Michael Leingartner zum Staatsmeistertitel – er ist der 3. im Bunde nach Markus Trinker (1. Staatsmeister 2012/13) und Clemes Kainradl (2. Staatsmeister 2014).

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Dienstag, 14. März 2017, 13.10 Uhr. Ein E-Mail aus dem BierKulturHaus erreicht die Teilnehmer an der WM mit der „Ermahnung“, mit dem Training zu beginnen. Immerhin sind nur noch 6 Monate Zeit bis zur großen Veranstaltung. Auf das Trainingslager wird verwiesen und das uns demnächst Unterlagen und Material für das Training zugesandt wird.

Dienstag, 4. April 2017. Lange war es jetzt ruhig, um die Weltmeisterschaft. Das Trainingslager im Mai wurde per Post noch einmal kurz bestätigt und darüber informiert und die eine oder andere Kontaktaufnahme mit Kollegen fand statt. Speziell Michael (Leingartner, Staatsmeister) hat angeregt, doch noch zusätzlich eine Trainingseinheit einzuschieben. Ich habe mich natürlich sofort dafür bereit erklärt, diesen Part zu übernehmen. Der 14. Juli 2017 wird es dann bei mir sein. Die Hälfte der insgesamt 10 Teilnehmer haben fix zugesagt. Ich freue mich schon darauf. Nun aber zurück zum 4. April: Am Vormittag erreicht mich ein Paket, welches ich erst am Abend – aufgrund Zeitmangels – öffnen kann. Der Inhalt war dann doch überraschend: Die Unterlagen samt Trainingsmaterial für das Heimstudium waren mit dabei.

Packetinhalt

Mit Lese-Empfehlungen für Bücher und Fachliteratur. Ich klemme mich gleich dahinter und versuche beim regionalen Buchhändler die Bücher zu erwerben. Zu 90 % gelingt mir das auch. Ich probiere gleich die moderne Art aus: E-Books, damit ich auf den bevorstehenden Reisen die Bücher auch mit dabei habe. Mit mäßigem Erfolg …

Bücherregal

Mit dabei – bei den Unterlagen – auch ein Bierfehler – Fehlgeschmack – Off Flavour Kit mit 10 Proben. „Die lassen sich das aber was kosten“, ist mein erster Gedanke. Umso besser. Dass ist ohnehin meine Achillesferse. Mal sehen, wie wir das einsetzen können. Und passende Biersommeliergläser für die Verkostungen. Es dauert nicht lange, da ereilt mich ein Anruf von „Litzi“ Gerhard Litzlbauer: „Es wäre doch sinnvoll, wenn wir die Proben teilen könnten, dann hat jeder mehr davon“. Das ist natürlich sinnvoll, weshalb ich gleich zustimme und ergänze: „Das machen wir beim nächsten Innviertler Bierologenstammtisch am letzten Donnerstag im April. „Passt. Ausgemacht“.

Zwischenzeitlich versuche ich ständig mich in den Büchern zu „wälzen“. Nachdem ich das Food/Beerpairing Buch im wahrsten Sinne des Wortes verschlungen habe – es enthält viele interessante Kochrezepte mit Bier – stürze ich mich auf das englischsprachige Buch zum Thema Wasser, genauer gesagt Brauwasser. Puh! Für einen Gastronomen sehr schwierig zu verstehen!

Donnerstag, 27. April 2017, 19 Uhr. Der 53. Innviertler Bierologenstammtisch beginnt und die Bierologen treffen ein. „Fehlgeschmäckerverkostung“ ist der Titel des heutigen Abends. Haus- und Hobbybrauer Rudi hat auch ein „missratenes“ Bier mitgebracht. Passt ja zum Thema. Oberkellnerin Susi wird instruiert, wie das mit dem Auflösen der Proben zu funktionieren hat und sie sich natürlich die Reihenfolge merken muss. Nach dem vorzüglichen 4 gängigen Menü, gekocht mit Bier und Bier Inhaltsstoffen, begleitet von ausgezeichnetem Bier, nicht von Fehlerhaften 😉 beginnen wir mit der Verkostung der sogenannten „Off Flavours“. Kurz zur Erklärung: In „normalen“ Bier werden Proben gelöst, die den Eindruck eines Fehlgeschmackes in das Bier „zaubern“.

6 Biere mit 5 bekannten Bierfehlern. Welcher ist wo zu finden?

6 Biere mit 5 bekannten Bierfehlern. Welcher ist wo zu finden?

Der Ablauf ist den 10 anwesenden Innviertler Bierologen von den zahlreichen Blindverkostungen schon bekannt: Susi bringt nach der Reihe die Biere, welche auf einen vorgefertigten „Board“ in Form eines nummerierten A4 Ausdruckes abgestellt werden. Danach kann jeder aus den vorhandenen, vorgegebenen Proben wählen, um welche es sich – seiner Meinung nach – handelt. Ich habe einen leichten Vorteil, da ich weiß, dass bei einem Bier kein Fehler aufgelöst wurde. Umso spannender, wenn dann trotzdem einer gefunden wird! 😉

Teilnehmer am Innviertler Bierologenstammtisch

Teilnehmer am Innviertler Bierologenstammtisch

Ich erkenne 5 von 6 Fehlern richtig. War auch nicht so schwer, wenn nur insgesamt 10 zur Auswahl stehen. Außerdem waren meine „gefürchteten“ Fehler nicht mit von der Partie. Mal sehen, wie es bei größeren Herausforderungen läuft. Der einzige, mir unbekannte „Off Flavour“ war das Hopfenöl. Hatte ich bis dato, wissentlich bzw. wahrnehmbar, noch nicht das Vergnügen.

Ordentliche Biere wurden auch verkostet!

Ordentliche Biere wurden auch verkostet!

Mittwoch, 18. Mai 2017, 6.30 Uhr. Tagwache! Nach kurzer Nacht heißt es: Auf nach Obertrum! Auf zum Trainingslager für die Weltmeisterschaft der Sommeliers für Bier. Gerade erst aus Den Haag zurückgekehrt, geht es schon wieder auf die Reise (Bericht über Den Haag auch in meinem Biertagebuch!). Eine Freude, die Kollegen wiederzusehen. Überrascht wurden wir, das Jens gleich mal Bier in großen Gefäßen zapft. „Für die Bierfehlerverkostung!“, war schon klar. Wir starten aber auch gleich mit einem Pils vom Fass, ist ja ohnehin schon 9.30 Uhr und wir wollen uns gegen Null tarieren. Fängt ja gut an.

Jens beim Zapfen für die Bierfehlerverkostung

Jens beim Zapfen für die Bierfehlerverkostung

Der Eine erzählt über die letzte WM und seine Eindrücke, der Andere von einem Bier, welches er kürzlich getrunken hat und der Nächste über ein eben gebrautes Bier. Aber dann geht’s los. Nach umschweifender Einleitung und Einstimmung von Axel begeben wir uns in medias res: 12 Biere werden am Board serviert und wir sollen die enthaltenen Bierfehler anhand einer Liste mit 30 verschiedenen Bierfehlern zuordnen. Puh, fängt ja – auch geschmacklich! – gut an. Ich erkenne gerade mal 4 der 12 Bierfehler richtig. Verwechselt habe ich die alte GeschichteN: DMS und Licht sowie Kork und Leder. Ich finde keinen Anhaltspunkt, woran ich die Unterschiede fest machen kann. Schade.

Verkostung von 12 verschiedenen Bierfehlern

Verkostung von 12 verschiedenen Bierfehlern

Neben zahlreicher Theorie, was das Wissen rund um Bier betrifft – strategische Überlegungen – machen wir auch Haltungsübungen zum Verbessern der Sensorik. Danach wird gleich wieder verkostet. Zuerst gibt es helle Bierstile international. Wieder 12 Biere im Sommelierglas, wieder 30 Auswahlmöglichkeiten. Ich versuche durch Riechen schon mal Einige auszugrenzen. Gelingt mir mehr oder weniger gut. Dann geht es ans Verkosten. Wird schon besser. Ergebnis: Immerhin 7 der 12 Bierstile habe ich erkannt. Da ist aber noch Luft nach oben. Speziell die belgischen Bierstile machen mir zu schaffen, da die Grenzwerte (Alkohol, ….) schwimmend sind und verfließen. Da heißt es noch üben!

Verkostung von hellen Bierstilen

Verkostung von hellen Bierstilen

Jetzt geht es aber erst mal Richtung Neumayer zum Mittagessen. Jeder hat vorab eine Zahl gezogen, um dann beim Essen ein Bier zu präsentieren. Ich habe das Dessertbier zum Mittagessen gezogen. Somit nur noch kurz Zeit, mich vorzubereiten. Ich recherchiere im Internet über das Bier und die Brauerei, die ich präsentieren darf: 7:45 Escalation von Crew Republic als Begleitung zu den Powidlpofesen. Natürlich wäre mir etwas malziges, dunkles, Kaffee- und Schokoladeartiges lieber gewesen. Aber was soll’s. Gibt’s eben nicht. Spannend finde ich auch, wie der Grad an Nervosität steigt, wenn man bei einem Bier nicht sattelfest ist oder es noch nicht getrunken hat. Die Präsentation vor den besten aus ganz Österreich tut dann noch den Rest dazu. Ich denke aber, dass ich die Aufgabe gut gemeistert habe.

Als Hauptspeise gab's Rinderrücken mit Spargel und Sauce Hollandaise

Als Hauptspeise gab’s Rinderrücken mit Spargel und Sauce Hollandaise

Nachmittag kam dann gleich wieder der kulinarische Dämpfer: Fehlgeschmäcker, die II. Wieder ein ähnliches Bild, wie bereits am Vormittag: lediglich 5 oder 6 der Fehler kann ich richtig zuordnen. Das wird noch ein weiter Weg! Jetzt ist Theorie angesagt. Die Mitstreiter und Juroren werden uns vorgestellt. Man muss sich ja eine Strategie zurechtlegen. Ich plädiere darauf, am Vorabend die Kollegen zu „vernichten“ und einen von uns dann ins Rennen zu schicken! Mal sehen, ob das geht?

Felix Schiffner, Gerhard "Litzi" Litzlbauer und meine Wenigkeit

Felix Schiffner, Gerhard „Litzi“ Litzlbauer und meine Wenigkeit

Dunkle Biere werden nach einer kurzen Pause verkostet. Hier kann man schon deutlichere Aromen erkennen. Ich habe auch das Gefühl, dass mir diese Biere besser „stehen“. Was sich dann auch am Ergebnis auswirkt: Immerhin erkenne ich 8 der verkosteten Biere richtig, und jene, die ich falsch angekreuzt habe waren dennoch grundsätzlich richtig (Imperial Stout mit Imperial Porter verwechselt, welches gar nicht zur Auswahl stand – was ist dann richtig?). Da bin ich gar nicht so unzufrieden. Lediglich, dass ich den Aventinus Doppelbock von Schneider mit einem Quadrupel verwechselt habe ist schon ärgerlich!

Auswahl an dunklen Bieren

Auswahl an dunklen Bieren

Um etwa 17.30 Uhr beenden wir den Tag für heute, denn für 19 Uhr ist das Abendessen angesetzt. Ich fahre kurz zum Fischerhof, wo ich mich eingemietet habe, damit ich den Koffer einstellen kann und Michi (Leingartner) holt mich gleich wieder ab, damit ich auch das Auto stehen lassen kann. Safety first! Zurück zum Neumayer, wo das Abendessen statt findet. Der gewohnte Tisch ist bereits reserviert. Erst mal ein Hopfenspiel an der Bar, die Nacht ist ja noch jung. Und ein Zweites.Dann geht es zu Tisch. Das Mobiltelefon will auch wieder geladen werden. Bitte anstecken! Passt. Der Abend nimmt seinen Lauf. Um etwa. 19.30 Uhr stößt dann auch Marion zu uns. Sie hatte noch ein Führungskräfteseminar bei Ihrem neuen Arbeitgeber, der Camba Bavaria. Jeder präsentiert sein Bier und zusätzlich noch Eines nach dem Dessert. Spannend, wie unterschiedlich die Präsentationen angelegt werden. Man kann immer noch etwas lernen. Um 23 Uhr endet der offizielle Teil, nicht, ohne das Axel mehrmals auf die Nachruhe im Trainingslager hingewiesen hat, welche mit 22.30 Uhr festgeschrieben wurde. Mal sehen.

Wir setzen uns an den Stammtisch (Wer? Die OÖs natürlich!), erweitert um Clemens und David, die auch noch Durst verspüren. „Die letzte Runde“ klingt es mir noch ins Ohr. Beim Neumayer ist die Sperrstunde heilig. Gott sei Dank. Marion und ich machen uns auf den Weg in den Fischerhof, nicht ohne mein Mobiltelefon! Marion hat, wie ich, erst sehr spät reserviert und daher beim Neumayer kein Zimmer mehr bekommen. Was soll’s, ich kenne den Weg ja bereits vom Foodpairingseminar im Jänner/Feber heuer.

Traditionell ist auch schon fast die Einkehr beim „Brückenwirt“ der Susi, wo wir auch noch eine Kleinigkeit zu Essen bekommen. Herz, was willst Du mehr? Und auch noch einen Liter Bier dazu. 1 Uhr ist die angepeilte Schlafenszeit. 0.59 Uhr bin ich am Zimmer im Fischerhof. Gute Nacht!

Pusztawürstl beim Brückenwirt, bei der Susi

Pusztawürstl beim Brückenwirt, bei der Susi

Donnerstag, 18. Mai 2017, 7.15 Uhr. Ich bin bereits munter und kann den Wecker am Mobiltelefon zurück setzen. Frühstück um 7.45 Uhr haben wir bestellt. Das schaffe ich auch locker. Marion kommt dann kurz vor 8 Uhr dazu. Ich wollte schon nachrufen. Rechnung bezahlen und ab Richtung BierKulturHaus. Um 7.30 Uhr geht’s weiter. Wir sind die Ersten, obwohl wir gestern die Letzten waren. Wie üblich eben.

Heute stehen die Präsentationen an. Zuerst „schult und referiert“ Hans – übrigens ein Kursteilnehmer des letzten Upgradekurses, wo ich auch referieren durfte, wir kannten uns also – über Rhetorik und Tipps und Tricks dazu. Danach ziehen wir die Reihenfolge. Als erster Präsentator wurde Michael vorbestimmt, um uns die Anspannung zu nehmen. Keine leichte Aufgabe, wie sich auch dann herausgestellt hat. Ich habe Nr. 3 gezogen. Bin ohnehin gerne früher dran. Mal sehen.

Axel und Jens als Jury der Präsentationen

Axel und Jens als Jury der Präsentationen

Es wurden sehr reelle Wettkampfbedingungen hergestellt. Wir versuchen, sämtliche Tipps und Tricks mit einzubauen und legen uns – jeder seine eigene – Strategie zurecht. Die Nervosität steigt, je näher man seiner Präsentation kommt. Ich habe einen Heimvorteil im BierKulturHaus und suche mir daher noch einige notwendige Dinge und lege mir Diese zurecht. Kurz noch austreten und dann geht es auch schon los. In 3 Waldbierkartons versteckt befinden sich 3 unterschiedliche Biere. Ich stelle mich und meine Kleidung – Lederhose, was sonst? – kurz vor und präsentiere dann die 3 Biere. Vom Publikum wird dann der Doppelbock Eiche gewählt aus dem Hause Schlenkerla. Das freut mich. Auch eines meiner persönlichen Lieblingsbiere. Grundsätzlich werde ich mit andauern der Präsentation immer sicherer, aber es passiert mir dann doch ein grober Fehler: Ich vergesse die Foodpairingempfehlung. Dabei wäre es ein leichtes gewesen, dieses Bier zu pairen, da wir ja einen Bierologenstammtisch mit dem Thema Rauchbier hatten. Chance vertan. Weiters habe ich auch vergessen zu erzählen, dass bei meinem vorletzten Besuch in Bamberg, dieses Bier vom Fass meine Wahl war. Generalprobe verpatzt, dann wird die Uraufführung hoffentlich sitzen.

Hier eine Fotosammlung mit sämtlichen Präsentationen – Bericht geht darunter weiter!

Mittagessen ist angesagt, nachdem auch Nummer 4 und 5 präsentiert haben. Alle die selben Themen: Nervosität, das eine oder andere vergessen, … Dafür wird ja geübt! Diesmal im Brauereigasthof Sigl, im Gastgarten. Perfektes Essen – ich nehme Salat statt Suppe und perfekte Präsentationen der Biere. Gratulation an die Kollegen.

Den Nachmittag beginnen wir mit einer Fehlgeschmackverkostung. Diesmal ging es mir schon etwas besser. Immerhin konnte ich 7-8 von 12 erkennen und zuordnen. Die Proben waren auch „frischer“ als gestern. Da ist der Schwellenwert nicht so niedrig. Das ist – meiner Meinung nach – ohnehin das Thema bei mir. Es nützt eben nichts: ich muss noch viel üben!!

Jetzt präsentieren noch Nummer 6 bis 10. Ich habe das Gefühl, dass mit jeder Präsentation die Qualität steigt. Man lernt eben doch dazu. Auch erzählt jeder seine eigene Geschichte und es wird nichts kopiert. Auch das ist schön, anzusehen. Kleinigkeiten sind natürlich immer zu beanstanden, aber im großen und ganzen sind wir auf einem SEHR guten Weg.

Ich frage dann auch noch ab, was wir beim Trainingslager bei uns im Biergasthof Riedberg für Themen angehen sollen und in diesem Zusammenhang haben wir auch noch Michi als Teamkapitän gewählt (ist ja auch der amtierende Staatsmeister), der sich um solche Dinge kümmern soll. Freut mich. Außerdem wollen wir ein finales Treffen im BierKulturHaus organisieren um uns ganz sicher zu sein.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal Danke an den Verband der Brauereien und an das BierKulturHaus sagen, die dieses Trainingslager ermöglicht haben. Auch an die Kollegen, die sich dafür Zeit genommen haben. Es war eine Bereicherung, nicht nur für die bevorstehende Weltmeisterschaft. DANKE!

Montag, 22. Mai 2017, 16.26 Uhr. Heute erreicht mich eine E-Mail von Candy aus der Werbeagentur „kommunikation.pur“ mit einer Vorlage für einen Presseaussendung zur Teilnahme. Ebenso die Bitte, seine eigenen Kontaktdaten bekannt zu geben. Erledigt. Presseaussendung folgt.

Danke, an die regionalen Medien – Oberösterreichische Nachrichten, Unser Magazin, … welche Bericht erstattet haben.

Dienstag, 13. Juni 2017, 15.39 Uhr. Lange hat sich nichts getan, zum Thema Training, usw. Ich muss auch gestehen, dass mir fast ein bisschen die Zeit fehlt. Die fünf Bücher, welche ich beim regionalen Buchhändler gekauft habe, habe ich nur begonnen zu lesen. Eines habe ich geschafft. Jenes zum Thema food bzw. beerpairing. Das Thema Wasser ist gerade in englischer Sprache an der Reihe. Für Nichtbrauer wie mich eine „harte“ Materie. Eine WhatsApp von Michi (Leingartner) hat mich erreicht über den Ablauf des geplanten Trainingslagers bei mir im Biergasthof. Ich sollte doch verwechselbare bzw. schwer erkennbare Bierstile besorgen. Gesagt, getan. Somit stehen 7 Kisten feinster Gerstensaft bereit und warten darauf, verkostet zu werden. Ebenfalls habe ich bei meinem letzten „Auftritt“ im BierKulturHaus 3 Körbe Sommeliergläser ausgeliehen, um realistische Trainingsbedingungen vor zu finden. Man darf gespannt sein. Am 14. Juli ist es soweit. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer haben sich angemeldet. Ich werde Euch auf dem Laufenden halten. Darauf ein Bier!

Freitag, 14. Juli 2017, 11.39 Uhr. Die ersten Kollegen trudeln ein zum von mir ausgeschriebenen Trainingslager im Biergasthof Riedberg. Staatsmeister Michael Leingartner war so nett und hat mit mir gemeinsam einen Tagesablauf kreiert, welchen ich Ihnen, welchen ich Euch erzählerisch präsentieren möchte.

Nach und nach treffen die fünf Teilnehmer (inklusive mir) ein. Nach großem Hallo! und Bezug der reservierten Hotelzimmer gehen wir gleich in medias res in Form eines Besuches unseres einzigartigen Bierkellers. Hartes Leben, hartes Training wird sich so mancher Denken. Weit gefehlt! Jeder Teilnehmer hat die Wahl eines korrespondierenden Bieres zu einem Gang des 3 gängigen Mittagsmenüs und des 5 gängigen Abendmenüs, sowie jeweils ein Dessertbier (eines Mittag, eines Abend) gezogen und diese Biere werden jetzt im einzigartigen Bierkeller ausgewählt. Dass das ob der außergewöhnlichen Vielfalt nicht so einfach sein wird, war mir übrigens klar. Nach 20 Minuten haben wir es trotzdem geschafft und gehen sofort ans Werk: Mittagessen mit den Bierbegleitungen vom Team für Österreich.

Zahlreiche spannende Biere wurden zur Karotten-Ingwer-Suppe, zum Innviertler Bierfleisch und zum Schokokuchen mit Malzbiereis serviert (Schwarze Tinte von Martin Seidl – Dietrachinger Brauerei harmonierte hervorragend!).

Mittagessen mit Präsentation von Karl Zuser

Mittagessen mit Präsentation von Karl Zuser

Danach ging es ans harte Training: Im Seminarraum des Biergasthofs Riedberg war schon alles vorbereitet und somit konnten wir auch prompt starten mit der Verkostung von leicht verwechselbaren Bierstilen. Zehn Biere wurden aufgetragen und wir haben versucht, den richtigen Bierstil zuzuweisen. Gar keine so leichte Aufgabe. Wie Dr. Florian Neuhierl, welcher uns auch Gesellschaft leistete und inzwischen zu uns gestoßen war (ein Spion unserer deutschen Kollegen? Wohl eher nicht! 😉 ), bestätigte.

Verwechselbare Bierstile

Verwechselbare Bierstile

Es folgte ein Theorieteil mit den Ausführungen von Michael Leingartner: Servier Knigge, was ist beim Öffnen und Präsentieren des finalen Bieres zu beachten. Strategie und Herangehensweise der Präsentation, um die Jury zu überzeugen.

Der Tagesablauf mit kleiner Änderung

Der Tagesablauf mit kleiner Änderung

Danach haben wir wieder einen Praxisteil: Verkostung der Off-Flavours. Sechs Stück an der Zahl gilt es zu erkennen. Puh! Hier zeigen sich wieder einmal meine persönlichen Grenzen! Und ein Genuss ist es auch nicht unbedingt.

Markus Ruef mit den Off-Flavours

Markus Ruef mit den Off-Flavours

Jetzt geht es ans Präsentieren. Die Finalsituation wird so real wie möglich nachgestellt. Als Jury fungieren Dr. Florian Neuhierl und die mitgereiste Freundin von Markus Ruef. Danke bei dieser Gelegenheit für Eure Unterstützung. Da wir versuchen, die Situation durch einen Spannungsbogen aufzuwerten, merken wir, wie leicht man vom eigentlichen Fokus abweicht. Daran werden wir noch hart arbeiten. Ich habe Euch hier das Video meiner Präsentation hochgeladen, vielleicht ist die Anspannung erkennbar? Aber auch Darauf ein Bier!

Gerhard „Litzi“ Litzlbauer hat es auch zu uns geschafft und lädt die Teilnehmer für den nächsten Tag in die Brauerei Ried ein. Leider habe ich keine Zeit, da ich am nächsten Tag die Hochzeit meines Bruder Jürgen besuchen werde und daher noch diverse Vorbereitungen treffen muss.

Nachdem alle fünf Biersommeliers präsentiert haben und sich schon wieder Hunger breit macht, gehen wir gleich zum Abendessen über. Diesmal darf ich das erste Bier präsentieren. Es fällt den Kollegen gleich auf, dass diese Präsentation ruhiger und ausgeglichener wirkt. Vielleicht liegt es auch daran, dass mir das Bier persönlich bekannt ist und ich es schon mehrmals verkostet habe?

Präsentation von Duchesse de Bourgogne

Präsentation von Duchesse de Bourgogne

Weiter geht es mit Präsentationen zu Sulz mit Bieressig (meine Aufgabe) Rindsuppe mit Schinkenschöberl, Gebratener Saibling auf Eierschwammerrisotto, Gekochter Kalbstafelspitz, Gröste Kartoffeln, Semmelkren, typisch Innviertel und Hausgemachter Marillenknödel, gefolgt von einem Bier der Zillertaler Brauerei, welches Phillip Geiger mitgebracht hat. Holzfassgereift, … ausgezeichnet. In diesem Takt ging es dann weiter bis weit nach Mitternacht. Ich habe mich aber um 0 Uhr verabschiedet, da ja die Hochzeit angesagt war.

Tischgesellschaft mit schwarzer Tinte

Tischgesellschaft mit schwarzer Tinte

Beim reichhaltigen Frühstück haben wir uns noch kurz verabschiedet und dann ging es für das Team für Österreich in die Brauerei Ried. Ich bedanke mit bei den Teilnehmern am Trainingslager bei uns in Ried, speziell bei Michael für die Mühewaltung mit dem „Trainingsplan“ und bei Julian für die tollen Fotos. Darauf ein Bier!

Mittwoch, 2. August 2017, 16.53 Uhr. Ein neuer Fragebogen erreicht uns per E-Mail von Axel. Diesmal geht es um den 4. Rohstoff, die Hefe. Und historische, obergärige Bierstile. Grundsätzlich habe ich das Gefühl, die Fragen beantworten zu können, der Teufel liegt aber, wie sooft, im Detail. Bin schon gespannt, wie es mir da bei der WM gehen wird. Ein Programmablauf für die Generalprobe ist auch beigelegt. Wird spannend, am …

Montag,  21. August 2017, 08.00 Uhr. Julian und ich machen uns auf den Weg nach Obertrum. Gläser – vom Trainingslager bei mir im Biergasthof – Bierkoffer, Weste (Gilet), alles eingepackt? Um kurz vor 9 Uhr treffen wir in Obertrum ein. Gott sei Dank sind wir nicht die Letzen. Clemens und Christian kommen gegen 9.30 Uhr. Zeit für ein „Nullbier“. Die Medien sind auch schon da. 2 x Servus TV mit einem bekannten Gesicht: Lukas „Luki“ Dallinger filmt für eine aktuelle Sendung, ein weiteres Team ist für eine Aufzeichnung für das Jahr 2018 anwesend. Ebenso die schreibende Zunft (ORF Salzburg). Gefilmt wird natürlich, was das Zeug hält. Und interviewt, und …

Gruppenselfie von mir geschossen!

Gruppenselfie von mir geschossen!

Aber, wir wollten ja trainieren. Somit starten wir um etwa 9.45 Uhr mit dem Einzug zur Bundeshymne für ein Gruppenfoto. Axel schwört uns auf den Tag ein und der erste Test steht an. Nicht ganz so leicht, wie man es gerne hätte. Und auch einige „Fallen“ eingebaut, wie man es ja schon gewohnt ist. Hättet Ihr einige Fragen gewusst? Insgesamt waren es 30 Fragen mit 100 möglichen Punkten. Ein Braumeister schafft etwa 60 Punkte. Ich muss mich mit 56 Punkten zufrieden geben. Ob das reichen wird?

Auszug aus dem Test

Auszug aus dem Test (Fragebogen)

Weiter geht es mit den Verkostungen. Bierstile erkennen. Auch hier schleichen sich immer wieder die selben Fehler – scheinbar – ein. Verwechslung von Bierstilen, die man eigentlich gut kennt. Täuschen bei Einigen und sicheres Erkennen von lediglich 4 von 10. Das ist mit Sicherheit zu wenig. Hoffentlich bleibt noch Zeit zum Üben?

Bierstile Verkosten (c) Oliver Klamminger

Bierstile Verkosten (c) Oliver Klamminger

Jetzt noch mein „Lieblingsthema“. Off Flavours, also Fehlgeschmäcker. Überraschenderweise habe ich diesmal sechs Richtige, zwei Verwechslungen und meine bekannten Zwei, die ich gar nicht erriechen, geschweige denn erschmecken konnte. Puh!!

"Anrühren" der Off Flavours (c) BierKulturHaus

„Anrühren“ der Off Flavours (c) BierKulturHaus

Nach dem Mittagessen geht es schon in die finale Präsentation. Jury und Publikum sind schon angetreten und ich habe natürlich die Ehre und Startnummer eins gezogen. Somit habe ich es als Erster hinter mir. Mit meinem Bierkoffer bewaffnet begeben wir – Jens und ich – uns Richtung Trumer Brauerei, in die Gärungslounge. Ich darf noch kurz Warten, wahrscheinlich um die Spannung aufzubauen. Dann kündigt mich Oliver auch schon ausschweifend an und los geht’s.

Kurz vorm Auftritt (c) BierKulturHaus

Kurz vorm Auftritt (c) BierKulturHaus

Drei Biere stehen zur Auswahl, wie gewohnt. Ein Trumer Selection 2012, ein trübes Pils, gereift – spannend, ein mir völlig unbekanntes Bier von 3 Floyds und ??, jedenfalls ein starkes Bier mit mehr als 10 % Vol. Alk. und ein Honigbock von der Brauerei Hofstetten 2008. Wie bereits bei den Präsentation zuvor lasse ich die Damen das Bier wählen, welches ich vorstellen darf. Manuela wählt – natürlich – das Bier aus dem Hause, das Trumer Pils. Die Präsentation ist etwas holprig, das habe ich auch selbst bemerkt. Einige Details sind mir entfallen bzw. wurden zu wenig betont. Da heißt es noch üben.

Jetzt können wir nur noch Vorbereitungen treffen und „fine tunen“ und hoffen, dass am 10. September der Titel nach Österreich zurück geholt wird. Wer von Euch – als Zuseher – dabei sein will, kann sich hier anmelden: https://worldcup-beersommeliers.com/anmeldung/

Freitag, 25. August 2017. Die ÖGZ (renomierte Gastronomiezeitung) flattert ins Haus und berichtet über das Trainingslager bei uns im Biergasthof Riedberg – siehe Foto!

Bericht in der ÖGZ

Bericht in der ÖGZ

Fortsetzung folgt laufend. Bitte dran bleiben!

Presseinformationen zur Weltmeisterschaft findet man hier: https://www.doemens.org/fileadmin/user_upload/pdfDownload/Doemens_WMSB_Pressekit_2017.pdf

Ich freue mich auf Eure Kommentare. Darauf ein Bier!

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