Neues vom Biergasthof Riedberg

30
Apr

Frühjahrestreffen 2019 in Bern – Teil 1

… vom 25.04. – 28.04.2019 – Verband der Diplom-Biersommeliers

Ich möchte mich vorab bei allen Kollegen bedanken, die mit dabei waren, bei den Organisatoren und Allen, die mit mir ein Bier genossen haben. Darauf ein Bier!

Wer schon den Teil 2 lesen möchte, bitte hier entlang …

Auf nach Bern

Dunja, Martina, Roland, Guido uns Stefan haben gerufen, und Alle haben sich aufgemacht in die Schweiz. So auch ich. Anreise mit Flugzeug? Keine ordentliche Verbindung. Bus? Abreise um 3 Uhr früh in Salzburg… eher ungemütlich. Zug ab Wels oder Passau? Keine ordentliche Verbindung. Ab Salzburg? Hurra! Das schein vernünftig.

Gleich Buchen! 1. Klasse Salzburg Bern mit einmal umsteigen in Zürich um 49,90. Das scheint doch günstig. Retour am Sonntag damn um 89,90, auch OK. Gebucht! (bereits im Februar)

Am Donnerstag, 25. April ist es dann endlich soweit. Abfahrt 8 Uhr in Ried zum Bahnhof Salzburg. Planmäßige Abfahrt 9.58 Uhr auf Gleis 3. Nochmal kurz das Ticket gecheckt … wo ist es denn hingekommen? In der App nicht aufzufinden? Im Archiv gelandet. Die Buchung war für den Vortag! „Da können wir nix machen!?“, sagt die freundliche Dame in den Containern der Ticketauskunft. Dann nehmen wir eben noch mal ein Ticket um EUR 129,90 für 2. Klasse nach Solothurn. Selbst schuld.

Jetzt aber zum Bahnsteig. „Zufällig“ hält der Zug genau mit dem Speisewagen vor meiner Nase. Na, das Angebot nehmen wir dich gleich mal an. Sämtliche Plätze sind noch frei. Dann nehme ich doch einen 4er Platz für mich. Ein Hofbräu Weißbier bitte! Die Fahrt ist ja noch weit und ich werde mich dann ohnehin mal aufs Ohr hauen.

Dazu wird es allerdings nicht kommen. Es setzen sich nämlich eine Handvoll pensionierte Lockführer zu mich an den Tisch und wir trinken eine Runde um die Andere. Sie Gösser, ich Weißbier. Auf ein Bier werde ich dann auch noch eingeladen. „Wir machen dann den nächsten Ausflug zu Dir“, wird mir noch versprochen. Mal sehen?! Ich revanchiere mich jedenfalls mit der Abschlussrunde, bevor sie in Feldkirch den Zug verlassen. Jetzt mal einen Kaffee…

 

Weiter geht es durch die Schweiz mit herrlichem Panorama und noch einem kleinen Bier, oder doch zwei?

In Zürich heißt es rasch Bahnsteig wechseln – in den Keller. Der zu halt wieder und wo steige ich wieder ein? Richtig! Im Speisewagen. Na, wenn das mal kein Wink ist? Ich hätte gern eines der Spezialbiere, welche irgendwo angepriesen werden sollten. Die werden erst morgen geliefert. Aha. Spannend. Dann eben ein Weißbier von der 1. SCHWEIZER Weissbierbrauerei. CHF 6,40. Geht doch noch?

16.35 Uhr, Ankunft in Solothurn. Bankomat besuchen – Fehlanzeige. Karte angeblich defekt. Taxi Standplatz „Bitte zum roten Turm und an einem Bankomaten vorbei“. Dieser Bankomat funktioniert zwar, beschränkt sich aber auf CHF 200,—. So wird das nichts, mit den CHF 250,— Teilnahmegebühr in bar.

Im roten Turm sind schon zahlreiche Biersommelierkollegen vor Ort. „Hallo. Grüezi wol. Darauf ein Bier!“ „Bitte noch um Stundung der Teilnahmegebühr, der Bankomat war nicht gnädig“. Kein Problem, ich bin scheinbar nicht der einzige Bargeldlose.

Um 18 Uhr ist Abmarsch Richtung 17. Solothurner Bierfest, erklärt Guido den Ablauf mit Glas und Eintritt und Bierkonsum. Kurzer Zwischenstopp am Bankomaten und siehe da, noch einmal CHF 200,— ausgespuckt. Geht doch …

Schulden beglichen und hinein ins Bierfest. Wolfgang (Stempfl) und ich wählen einen Hobbybrauerstand für das erste Bier und werden sofort erkannt. Somit eingeladen. Ums Eck stehen die vom Liechtensteiner Brauhaus. Kurzbesuch, denn jetzt ist die Ansprache des Festivalveranstalters. 15.000 Besucher in 3 Tagen. Beeindruckend.

Wir probieren uns noch weiter durch, aber um 22.11 Uhr geht der Zug Richtung Bern. Den möchte ich unbedingt erreichen, da der Tag ja schon lange ist. Stefan leistet mir Gesellschaft und hilft mir auch beim Ticketkauf, da die besorgte App scheinbar nicht funktioniert. Check-in im Hotel um kurz vor Mitternacht, wie angekündigt.

„Ist das Zimmer meiner Größe gewachsen?“, frage ich den Jungen Rezeptionisten. „Wir haben leider nichts anderes mehr frei“. Es war dann, wie befürchtet. Miniaturhotelzimmer mit Micky Maus Badezimmer. Heute muss es passen, morgen wird aber getauscht.

Tag 2, Freitag, 25. April. Um 7 Uhr sollte der Wecker klingeln, ich bin aber schon kurz nach 6 Uhr munter und auf. Gemütlich zusammen richten – soweit es im Minibad möglich ist – und dann zum Frühstück. An der Rezeption noch gebeten, das Zimmer zu tauschen. Wird erledigt…

8.20 Uhr Treffpunkt für Gruppenfoto. Bern zeigt sich nicht von seiner schönsten Seite. Es hat abgekühlt und regnet. Daher wird das Gruppenfoto verschoben und wir besteigen den Bus für die Besichtigungsrundfahrt. Als Wegbier gibt’s Feldschlösschen in der Dose. Verkühlungsgefahr besteht nicht. Bier ist auf Verkostungstemperatur.

Nach drei Bieren sind wir auch schon bei Ragusa Schokoladenmanufaktur angekommen. Camille Block heißt es ganz genau. Gute, aber sehr süße Schokolade. Habe mal einige als Souvenir für die zu Hause gebliebenen Damen erstanden und dann gleich mal Eine Runde Bier bestellt. BFM – die besuchen wir dann auch gleich noch …

Brasserie des Franches-Montagnes, kurz BFM, steht als nächstes an. 2-3 Biere im Bus und schon sind wir da. Deren „Flaggschiff Bier“ – so haben es alle bezeichnet – ist das „L’Abbaye de Saint Bon-Chien“, übersetzt das „Abtei des Heiligen, guten Hundes“, der allerdings eine Katze war, welche auf den Namen „Hund“ hörte. Mehr zu der Geschichte gerne persönlich…

Die „Brauerei“, wenn man das als solche bezeichnen kann, ist sehr amerikanisch, Hippiestyle. Da ist es bei Cantillon sauber und aufgeräumt. Aber! Man is(s)t regional und nachhaltig. Das gefällt mir. Nach der Führung heißt es zu Tisch. Es gibt Tête de moins, den Käse mit dem rundum Messer. Sehr cremig, dezent würzig, sehr gut und dazu Käsekuchen, welcher weder süß noch sauer war. Die Befürchtung war, dass das das ganze Mittagessen war, die Hoffnung beruhte aber an der Buffettafel, die vorbereitet war. Siehe da! Jerome? Fährt dann schon die Warmhalteboxen ein und es gibt Geselchtes mit Bohnen, Kartoffelgratin und? Ich wähle die Variante ohne Gemüse und Kohlehydrate. Schmeckt aber wie bei Mama!

Die Biere sind mit gemischten Gefühlen zu genießen. Das Blonde mit Salbei war jedenfalls nicht mein Geschmack. Ich nehme dann doch das Abbaye … zu guter letzt gibt es noch eine 0,375 l Flasche aus 2016 – eine nicht versandte, amerikanische Bestellung, für uns als Souvenir. Dieter gibt mir seine Flasche, da mit Flugzeug unterwegs. Dieter, ich halte sie in Ehren, bis zu deinem nächsten Besuch! Versprochen …

Weiter geht es zum Absinthe Museum mit dem klingenden Namen „Maison de L’Absinthe“ in der französischen Schweiz, so wie alle vorher angeführten Besuchspunkte auch. Einteilung in drei Gruppen und schon geht der lehrreiche Rundgang los. Kräuterkunde steht am Programm. Eigentlich durchwegs bekannte Dinge, die da verarbeitet wurden. Ich lerne auch, warum sich diese Anis Getränke immer weiß färben. Der sogenannten „louche Effekt“ entsteht aufgrund eines Atoms, das als a-Terpineol bezeichnet wird. Wieder was gelernt.

Der Rundgang im Museum ist informativ und interessant. Aber wie bei allen „Getränkemuseen“ ist das wichtigste die Verkostung danach. Auch hier wurde vorgesorgt und eine Jause gibt es auch. Perfekt. Nur der pure Absinthe veranlasst doch etwas Hustenreiz. Gehört ja auch mit Wasser verdünnt und eventuell mit Zucker gesüßt. Die drei Verkostungen sind sehr gefällig und tatsächlich unterschiedlich im Geschmack. Salvi bringt noch Nachschlag mit Namen „grüne Fee“, der ist dann schon eher sehr bitter.

Über eines sind sich Hans (Wächtler) und ich einig: davon kann das Bier noch viel lernen. Hier wurden viele Dinge in Szene gesetzt, die auch mit Bier assoziiert werden könnten. Hat mir sehr gut gefallen.

Es (das Tagebuch) ist bei weiten noch nicht fertig und wird noch fortgesetzt. Garantiert! Daher bitte dran bleiben. Ich werde Euch informieren! Hier geht’s zum Teil 2!

Für alle, die nicht dabei waren: Es gibt noch viele Bier zu Verkosten. Darum dran bleiben!

Für alle, die dabei waren gilt: Bitte Euren Biersenf dazu geben! Gerne auch Anregungen zur Überarbeitung. Ich hoffe, dass ich niemanden zu nahe getreten bin. Ich freue mich auf Eure Kommentare. Darauf ein Bier!

Speziellen Dank an: Martina, Dunja, Roland, Stefan und Guido, sowie Claude, Salvi und Viktor und, und, und … Wir sehen uns in Salzburg! Darauf ein Bier!

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