Wir sind Weltmeister! 2025 München
Erfolgreiche Teilnahme an der Weltmeisterschaft der Sommeliers für Bier durch das Team Österreich
470 Tage Vorbereitung mündeten in das Ziel der Teilnahme an der Weltmeisterschaft der Sommeliers für Bier in München. Samstag, 13. September (Vorrunde) und Sonntag, 14. September (Finale). Die Aufgabe ist und war, die Vorrunde zu überstehen und als deutschsprachiger Teilnehmer, einen der 7 begehrten (Halb-) Finalplätze zu ergattern.
Um 15.15 Uhr ging’s offiziell los. Angereist sind wir, das Team Österreich, aber schon auf 12 Uhr, um Einigkeit zu demonstrieren und im WM Outfit zur Akkreditierung zu schreiten. 10 + 1 Aspirant sowie Flo Berger vom Verband der Brauereien sind doch schon etwas nervös.
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Um 15 Uhr hüpft Jens, der große Organisator der WM, auf die Bühne und verkündet noch einmal den Ablauf und das Reglement. Und schon begeben wir uns in den großen Raum, wo 60 Teilnehmer (gesamt waren aber 93 am Start!) Platz fanden und die 10 Bierstile in den etwas speziellen Gläsern zu bestimmen. Die Aufgabe scheint auf den ersten Blick leichter, als sie dann tatsächlich war.
7 Biere konnte ich fix zuordnen, bei 3 gab es eine 50:50 Entscheidung: Pale oder India Pale Ale? Dass das Bier von Sierra Nevada kam, war mir klar. Da es aber so bitter war, dachte ich, dass Jens nicht das Pale Ale nimmt, da es eigentlich out of style bei Verkostungsbewerben gewertet wird. Leider falsch gedacht. Die 2. Entscheidung war das Weißbier: ist es ein bayrisches Weißbier, oder doch ein Weizenbock? Nein, zu schlank, zu wenig Alkohol, zu … auch wieder falsch gedacht. Entscheidung Numero 3: Imperial Stout oder (Baltic) Porter? Zuviel Schokolade für ein Stout, zu viel Körper und zu wenig „britisch“ für ein klassisches Porter. Entscheide mich für Baltic Porter. Und? Natürlich wieder falsch. Somit lediglich 7 Richtige. Das wird dann schwer, denn die nächste Runde sind:
Off flavors und Single Choice Test
Da die Fehlaromen nicht meine Stärke sind, rieche ich gleich mal in alle 10 Becher rein, um eventuell flüchtige Aromen noch zu erhaschen. Soviel kann ich schon mal verraten: außer bei Becher 10 rieche ich Nichts! Karamell oder Honig? Habe ich schon mal verwechselt. Da ich Karamell in der Liste mit den 30 möglichen Aromen nicht finde, bleibt sowieso nur Honig. Somit habe ich schon mal eins von 10.
Dann mache ich mich über die Fragen her. Auch wieder tricky. Ist Australien ein Land oder ein Kontinent? Die Frage ist jedenfalls welches Land den geringsten Bierausstoß hat? Entscheide mich für Japan, wohlwissend, dass Australien weniger Bier produziert. Bis auf eine Frage nach den BE hatte ich das Gefühl, das Meiste zu wissen. Leider wird dieser Test lediglich bei Gleichstand in den Verkostungsrunden gewertet.
Weiter mit den Bierfehlaromen: ich rieche: noch immer NICHTS! Beim Verkosten flackert ab und zu kurz ein Aroma auf, das ist aber auch sofort wieder verschwunden und beim wiederholten Riechen und Trinken nicht mehr da. Das wird ein Ratespiel. Versuchen wir es analytisch: welche Aromen sollten vorkommen? Schmecke ich einen davon? Leider nein. Dann anhand der Liste: was meine ich zu erahnen? Wieder nichts. Hmmm?
Dann warten wir bis zum Ende der Zeit. Vielleicht kommt mit zunehmender Temperatur und Oxidation noch ein Aroma zum Vorschein? Ein bisschen besser wird’s, jetzt läuft mir aber die Zeit davon! Also einfach die Vermutungen eintragen es gibt ohnehin keine andere Variante. Halt! Jetzt rieche ich doch noch Vanille. Aber nimmt Jens ganz subtil Vanille, oder doch die Humulene, die ein bisschen Holz Geschmack dabei haben? Soviel sei gesagt: ich lag wieder falsch!
Somit ist es das gewesen, dachte ich noch. Abendessen und dann das Ausscheiden feiern. Laut Plan verkündet Jens noch die Auflösung der Tests (welche Biere, somit welcher Bierstil und welche Off Flavors in den Gläsern und Bechern waren), aber nicht die Ergebnisse (wer sich wo platziert hat). Um 20 Uhr ist es dann endlich soweit: wie ja schon prognostiziert, habe ich 7 richtige Bierstile und lediglich 5 richtige Off Flavors. Theoretisch hätten es auch 16 sein können. Theoretisch. Die hätten dann für den Einzug ins Finale gereicht.
Dann wartet Jens noch mit einigen Überraschungen auf: einige Teilnehmer werden namentlich vorgestellt: die weiteste und kürzeste Anreise. Die jüngsten (nach Dienstalter) und ältesten Biersommeliers werden vorgestellt. Da bin auch ich mit dabei mit Kurs Nummer 26 aus 2012.
Die größte Überraschung aber dann am Ende: es gibt eine unangekündigte Wertung des besten Teams der WM. Angeregt vom den Schweizer KollegInnen erreichen Diese auch prompt den 3. Platz. Zweiter wurde Brasilien. Und Erster? TEAM ÖSTERREICH! 🇦🇹
Der offizielle Bericht auf der Seite von Bierland Österreich
Danach hieß es für uns: feiern! 🍻 Aus den vergangenen Weltmeisterschaften wusste ich, dass das Essen oft knapp bemessen ist. Also habe ich vorgesorgt und einen Koffer voll Innviertler Jause mitgebracht – Wurst, Grammelschmalz, Bratlfetten und natürlich ausreichend Brot. Dieser Koffer wurde zum treuen Begleiter fürs ganze Wochenende und stellte sicher, dass wir garantiert nicht hungrig ins Bett mussten.
Als sich die Veranstaltung bei Doemens gegen 21 Uhr auflöste, zogen wir weiter in die Hotelbar. Dort war das Bierangebot – leider – überschaubar – nach dem rasch vergriffenen Gutmann Weißbier blieb nur noch eine Alternative vom Fass (das aber keine echte Alternative war. Das habe ich dem Kellner auch so mitgeteilt). Also sind wir kurzerhand auf Gin Tonic umgestiegen – das war an diesem Abend die bessere Wahl.
Mit dem frisch gekürten Teamweltmeistertitel im Gepäck waren wir dennoch zuversichtlich. Wir gingen davon aus, dass unsere Leistungen besser waren als gedacht und rechneten schon damit, „drei heiße Eisen im Feuer“ fürs Finale zu haben.
Tag 2 – Der Weg ins Halbfinale:
Am nächsten Tag (Sonntag) um 11.45 Uhr versammelten wir uns – frisch adjustiert im offiziellen Team-Österreich-Hemd – vor dem Doemens-Gebäude. Punkt 12 Uhr, bei strömenden Regen, holte uns der Bus ab und brachte uns direkt zur Messe München.
Dort angekommen, gab es zunächst einen „Mittagsbrunch“ – sprich: belegte Brötchen. Danach wurde es ernst: die Verkündung der Finalpaarungen für das Halbfinale stand auf dem Programm. Wie vermutet, konnten wir drei Teammitglieder stellen, die es ins Halbfinale geschafft hatten – ein weiterer großer Erfolg für Team Österreich.
Die erste Finalpaarung:
Den Auftakt machten Dennis Kort aus den Niederlanden und Domenico Cavallero aus Italien. Beide erhielten ein ihnen unbekanntes Bier im Glas und mussten es so präzise wie möglich beschreiben.
Dennis präsentierte auf Englisch, Cavallero auf Italienisch – beide versuchten, das Bier stilistisch einzuordnen und sensorisch zu charakterisieren. Danach wurde die Auflösung für das Publikum bekanntgegeben: Es handelte sich um ein Duvel-Triple-Hop, das sie beschreiben sollten.
Im Anschluss folgte die Abstimmung: Über einen QR-Code konnten alle Zuschauer elektronisch ihre Stimme abgeben. Dafür standen 30 Sekunden zur Verfügung um den Zugang zu bekommen, danach noch 60 Sekunden, um sich final für einen der beiden Kandidaten zu entscheiden. Das Ergebnis wurde in Prozentzahlen angezeigt – und machte sofort klar, wer den Sprung in die nächste Runde geschafft hatte.
Die nächsten Finalpaarungen:
Nach dem Duell Sawamura gegen Leutenegger, das Sawamura für sich entscheiden konnte, war der erste Österreicher an der Reihe: Julian Sellinger traf auf Cindy Elsenbast aus der Schweiz.
Obwohl eigentlich vereinbart war, dass der zugeloste Bierstil keinen Einfluss auf die Bewertung haben sollte, zeigte sich schnell, wie stark die Wahl doch die Präsentation prägt. Julian erhielt ein Rauchbier und beschrieb es – von der Aromatik verführt – als „Porter mit Rauchmalz“. Cindy hingegen erkannte sofort, was sie im Glas hatte: das legendäre Bamberger Rauchbier Schlenkerla Märzen. Damit ging diese Paarung klar an Cindy Elsenbast.
Nun folgen nur noch Duelle mit österreichischer Beteiligung: Reini Feigl gegen Leon Rodenburg.
Reini überzeugte mit seinem typisch österreichischen Witz und einer präzisen Beschreibung. Er ordnete das Bier als Doppelbock ein. Leon hingegen vergaloppierte sich etwas – seine Präsentation wirkte zwar routiniert, doch er sprach von einem Bockbier mit lediglich 6–7 % Alkohol.
Mein eigener Tipp: Paulaner Salvator. Und tatsächlich – genau dieses Bier war im Glas! Damit ging die Paarung verdient an Reini Feigl.
Die finale Paarung:
Zum Schluss kam es zum Aufeinandertreffen von Oliver Klamminger und Lukas Porro. Diese Begegnung galt im Vorfeld als besonders hochkarätig – viele rechneten damit, dass sich hier der Lucky Loser behaupten würde.
Doch es kam anders: Oliver erkannte sofort die Hopfenweiße von Schneider Weisse, deren Wirtshaus ja auch in München-Tal ansässig ist. Lukas hingegen sprach von einem gut gehopften India Pale Ale. Am Ende fiel die Entscheidung eindeutig aus – Oliver konnte diese Paarung klar für sich gewinnen.
Die Lucky-Loser-Entscheidung:
Es kam, wie es kommen musste: Bei der Lucky-Loser-Wertung herrschte Gleichstand zwischen Leon Rodenburg und Domenico Cavallaro. Da die Zeit im engen Korsett lief, entschied man sich offenbar für ein Stechen per Los. Das Glück fiel auf Leon Rodenberg – und so stieg er als Lucky Loser ins Finale auf.
Das Finale beginnt:
Damit standen die Finalisten fest. Nun hieß es: Startnummer ziehen – und damit auch das bereits vorbereitete Bier, das im Finale präsentiert werden sollte.
Als Erster trat der Brasilianer Samavoura an. Sein Los: das Orval. Er präsentierte auf Portugiesisch, simultan ins Englische übersetzt. Seine Ausführungen waren detailreich, aber auch recht langatmig – mit rund 15 Minuten deutlich über der Vorgabe.
Als Zweiter kam schon Reini Feigl an die Reihe. Er zog das „grüne Bier“, das Zundert 4 – ein Bier, das ich noch von meiner Belgienreise (obwohl in den Niederlande angesiedelt) gut kenne. Spannend daran: Die niederländische Trappistenbrauerei Zundert hat ihre Kessel inzwischen stillgelegt. Dieses Bier ist also quasi vom Aussterben bedroht.
Für Reini war es keine leichte Aufgabe. Er schien das Bier nicht zu kennen und hatte es dadurch schwer, inhaltlich zu punkten. Doch dank seines Wiener Schmähs und seiner erfrischenden Art konnte er sich charmant über die Präsentation retten. Ob das allerdings für einen Platz am Stockerl reicht? Mal sehen.
Als dritte im Reigen trat Cindy Elsenbast an. Sie selbst war überrascht, es bis ins Finale geschafft zu haben – und wirkte, vorsichtig gesagt, etwas unvorbereitet auf die Aufgabe, die sie erwartete. Ihre Präsentation war solide, doch es fehlten einige entscheidende Details. Damit schien es schwer zu werden, einen Platz am Stockerl zu erreichen.
Als Nächster trat Dennis Kort an – ein Biersommelier der ersten Stunde und Absolvent des StiBON-Programms, bei dem auch ich an seiner Ausbildung beteiligt war. Umso mehr erfüllte es mich mit Stolz, seine Darbietung zu verfolgen.
Dennis zeigte eine überragende Präsentation, gespickt mit vielen detailreichen Elementen. Den Höhepunkt bildete eine Live-Kombination von Bier und Speisen, die er zum Abschluss vorführte. In meinen Augen war das bislang die beste Präsentation des Finales.
Leon Rodenburg, der als Lucky Loser über das Los ins Halbfinale einzog, betrat nun die Bühne. Sein zugelostes Bier: das La Trappe Tripel – jenes Bier, das nach seinen eigenen Aussagen überhaupt seine Motivation war, als Brauer zu beginnen. Ein Glücksfall also, denn dieses Bier lag ihm spürbar, zumal die Brauerei in unmittelbarer Nähe seiner Heimat beheimatet ist.
Seine Präsentation war äußerst detailreich, gelungen und voller spannender Aspekte. Für mich war das ein klarer Gleichstand zwischen den beiden Niederländern im Finale.
Zum Abschluss kam noch einmal „unser heißes Eisen im Feuer“: Oliver Klamminger, die Rampensau, die bereits bei der Staatsmeisterschaft gegen mich auf der Bühne stand.
Anfangs wirkte er etwas unsicher, man merkte, dass es ihm schwer fiel, in die Präsentation hineinzufinden. Doch nach dem ersten Drittel hatte er seinen Rhythmus gefunden – und ab da lief er zu gewohnter Form auf: detailreich, souverän und mitreißend.
Ob diese Leistung für einen Platz am Stockerl reicht? – Wir würden es gleich erfahren.
Da die Jury nach jeder Präsentation sofort bewertete, dauerte es nur wenige Minuten, bis die Spannung ihren Höhepunkt erreichte: die Verkündung des neuen Weltmeisters der Biersommeliers stand unmittelbar bevor.
Die ersten drei Plätze waren heiß umkämpft, die Reihenfolge nicht eindeutig abzusehen. Meiner Meinung nach hätte die Reihung ein wenig anders ausfallen können – doch im Großen und Ganzen war das Auditorium einig, dass das Ergebnis fair und verdient war.
Und so hieß es: Weltmeister 2025 ist Leon Rodenburg, vor Dennis Kort und Oliver Klamminger. Herzlichen Glückwunsch zu dieser souveränen Leistung – und Gratulation auch an alle anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer! Denn eines ist sicher: Schon die Teilnahme an dieser Weltmeisterschaft macht jede und jeden zu einem Sieger. 🍻
Hier kann man sämtliche Finalpräsentationen nachsehen:
Übertragung startet bei Minute 13:20 – Finalpräsentationen starten bei Minute 27:00
Der Ausklang:
Nach zahlreichen Fotos und unzähligen Gratulationen ging es weiter mit einem Stehbuffet im Foyer der Messe Drinktec – begleitet von gesponserten Bieren der Camba Bavaria. Bei lockerem Smalltalk trafen Teilnehmer, Jury und Organisatoren noch einmal in entspannter Atmosphäre aufeinander.
Schon bald machte die Runde, dass die Aftershow-Party bei Schneider Weisse im Tal stattfinden würde. Also organisierten wir vom Team Österreich kurzerhand zwei Taxis und machten uns auf den Weg. Ein Teil der Gruppe trat allerdings bereits die Heimreise an – der Montag stand schließlich wieder im Zeichen der Arbeit.
Mein persönlicher Abschluss:
Weit nach Mitternacht fand dieser ereignisreiche Tag für mich seinen persönlichen Ausklang – an der Hotelbar, gemeinsam mit dem Zweitplatzierten. Er gewährte mir einen Blick in seinen „Top-Secret-Koffer“: darin lagen tatsächlich rund 20 verschiedene Food-Pairings – also Speisen-Kombinationen für die Präsentation.
Einige davon durfte (und musste) ich ihm dann noch „abnehmen“, damit er sie nicht wieder mit nach Hause schleppen musste. Ein würdiger, genussvoller Abschluss eines unvergesslichen Tages. 🍻
Mein persönliches Fazit
Bevor ich zu den Danksagungen komme, möchte ich betonen, wie froh und stolz ich bin, Teil dieses äußerst erfolgreichen Team Österreich gewesen zu sein. Auch wenn meine eigene Leistung hinter meinen persönlichen Erwartungen und jenen meiner Mitstreiter zurückgeblieben ist – gerade beim Erkennen von Off-Flavors liegt meine Schwelle wohl etwas höher als der Durchschnitt – war es eine Ehre, in diesem Team zu stehen und mitzuwirken.
Im Finale wäre für mich sicher noch einiges möglich gewesen, denn erst im Vorjahr habe ich sämtliche Trappistenklöster besucht und dort lange Gespräche mit den Verantwortlichen geführt. Umso mehr erfüllt es mich mit Stolz, dass wir drei österreichische Finalisten stellen konnten. Es scheint sich mittlerweile fast einzuschleifen, dass Österreich regelmäßig das Finale erreicht – aber leider seit Karl Schiffner kein Einzelweltmeister mehr gestellt werden kann. Hoffentlich ändert sich das bei der Heim-Weltmeisterschaft 2027!
Ob ich selbst noch einmal antrete? Viele Kolleginnen und Kollegen haben mich danach gefragt. Meine Antwort: Es hängt vom Termin ab. Die Staatsmeisterschaft in Vorarlberg bedeutet für mich eine weite Anreise – doch sollte ich es wieder ins Nationalteam schaffen, überlasse ich es den „jungen Wilden“ zu entscheiden, ob sie noch einen alten Hasen im Team brauchen können.
Dank gebührt in erster Linie meiner Familie und meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mich tatkräftig unterstützt haben. Danke auch an Oliver und das gesamte Team Austria für die perfekte Organisation – von den zahlreichen Online-Meetings bis hin zu den Trainingslagern bei Schwechater, Freistädter und Stiegl. Danke an den Verband der Brauereien (Bierland Österreich), die BierIG, die uns Helfer zur Seite gestellt hat, und die BeerLovers für die Unterstützung mit Verkostungsbieren. Dank gilt auch dem Verband der (Diplom-) Biersommeliers für die thematische Unterstützung der Veranstaltung. Gleichzeitig – und das habe ich in vielen Gesprächen mit Teilnehmern aus anderen Ländern herausgehört – wünschen wir uns künftig noch mehr Objektivität gegenüber allen teilnehmenden Nationen.
Nicht zuletzt danke ich allen, die jetzt ungenannt bleiben, aber entscheidend zu unserem Erfolg beigetragen haben. Wir haben es geschafft, ein Team zu formen, das als solches erkennbar und spürbar war: Niemand stellte sich selbst in den Vordergrund, wir haben Wissen geteilt, Erfahrungen ausgetauscht und einander motiviert. Das muss uns erst einmal jemand nachmachen.
Ein großes Danke auch an die Organisatoren (doemens academy), die unsere Kritikpunkte ernst genommen und diese Weltmeisterschaft so zu einem Erfolg gemacht haben – und an die Jury, die mit Zeit, Kompetenz und Klarheit für eine faire Beurteilung sorgte. Bitte in Zukunft genau so beibehalten!
Wir sind Weltmeister 2025. Darauf ein Bier. 🍻
Insider: Ganz viele meiner Vorhersagen sind eingetreten. Erfahrung ist die Mutter der Weisheit.
Jetzt freue ich mich auf zahlreiche Kommentare. Darauf ein (großes) Bier!
(c) Titelfoto: Bierland Österreich
Wissenswertes zur Weltmeisterschaft
Der Modus:
In der ersten Runde der Bier-Sommelier-Weltmeisterschaft stehen zehn verschiedene Biere bereit – jedes in einem neutralen Verkostungsglas auf einem Einzeltisch serviert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten dazu eine Liste mit 30 möglichen Bierstilen. Aufgabe ist es nun, jedes Glas einer Nummer zuzuordnen und den passenden Bierstil zu bestimmen. Zeitvorgabe: 30 Minuten
Für jede richtige Zuordnung gibt es 10 Punkte. Ziel ist es, so viele Bierstile wie möglich korrekt zu erkennen – eine Kombination aus sensorischem Können, Erfahrung und Fachwissen.
Die zweite Runde:
Nach der Bierstilerkennung folgt die Kombination aus Fehlaromen-Test („Off-Flavors“) und Single-Choice-Fragen. Dabei werden zehn Becher mit gezielt „infizierten“ Bieren bereitgestellt. Auf einer Liste finden sich 30 mögliche Fehlaromen – von Butter über Honig bis hin zu Lösungsmittelnoten. Aufgabe ist es, jedes Glas richtig zuzuordnen und den entsprechenden Off-Flavor zu identifizieren.
Für diese Prüfung stehen 30 Minuten zur Verfügung. Zeitgleich erfolgt der Single-Choice-Test: 15 Fachfragen rund um Bier, Braukunst und Biergeschichte, die in 20 Minuten beantwortet werden müssen. Somit 50 Minuten für beiden Aufgaben (im Paket).
Statistiken (alle Angaben ohne Gewähr!):
19 Biersommeliers waren aus Deutschland mit dabei Schnitt (99,5)
10 Italien (Schnitt 78)
10 Österreich (Schnitt 124)
7 Schweiz (Schnitt 121,42)
5 Niederlande (Schnitt 94)
5 Brasilien (Schnitt 122)
5 Frankreich
5 Südkorea
5 Mexiko
4 Chile
3 Spanien
2 Japan
1 Rumänien
1 Lettland
1 Kolumbien
1 Kroatien
1 Belgien
1 Portugal
Kurztext für Presse:
Team Österreich erfolgreich bei der Weltmeisterschaft der Biersommeliers 🍻
Die Weltmeisterschaft der Biersommeliers ist das wichtigste internationale Event für Bierkultur und Bierkompetenz. 2025 fand sie in München statt – mit dabei: Karl Zuser jun. aus dem Biergasthof Riedberg, gemeinsam mit 10 Kolleginnen und Kollegen im Team Österreich.
Nach 470 Tagen Vorbereitung stellten sich 93 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt (18 Nationen von 4 Kontinenten) den Prüfungen: Bierstile blind erkennen, Fehlaromen bestimmen und knifflige Fragen zur Braukunst beantworten. Auch wenn nicht jede Entscheidung richtig war, konnte Karl wertvolle Erfahrungen sammeln – und das Wichtigste: Team Österreich wurde zum besten Team der Weltmeisterschaft geehrt! Wir waren das Team mit dem Besten Durchschnitt der Vorrunde (Sensorik Tests).
Diese Auszeichnung zeigt, dass die Bierregion Innviertel und Österreich insgesamt ein starkes Signal für Bierqualität und Vielfalt setzen. Von klassischen Märzen und Weizenbieren bis zu internationalen Spezialitäten: Die Weltmeisterschaft macht deutlich, welche Rolle Österreich in der globalen Bierkultur spielt.
Im Biergasthof Riedberg in Ried im Innkreis können Gäste diese Leidenschaft hautnah erleben: bei Bierverkostungen, Bierreisen, Bierseminaren und im einzigartigen Bierkeller mit mehr als 500 Bieren.
👉 Wer mehr über die WM und Karls Erlebnisse erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, beim nächsten BierIGologen-Stammtisch vorbeizuschauen oder eine Bierverkostung im Riedberg zu buchen.
Darauf ein Bier – und auf den Weltmeistertitel für Team Österreich! 🍺

