Neues vom Biergasthof Riedberg

27
Dez

Auf nach Wien!

Martin Seidl und Karl Zuser jun. sind wieder in Sachen Bier unterwegs.

Zusammenrichten, anziehen, packen usw. Alles leichter gesagt als getan. Die Weihnachtskekse haben Spuren hinterlassen, an der Hüfte und die Lederhose wehrt sich. Da gibt es Handlungsbedarf? Um Punkt 11 Uhr trifft Martin im Biergasthof ein, wie vereinbart. „Frühstück?“. „Habe schon ausgiebig gefrühstückt!“. Dann eben nicht. Auf nach Wels mit Martins Lieferwagen der Dietrachinger Brauerei. Etwas eng, aber für das kurze Stück muss es reichen. Ist halt keine Luxuslimousine.

Ankunft in Wels um 11.45 Uhr. Planmäßige Abfahrt mit der Westbahn (ich starte den Versuch und Vergleich) um 12.20 Uhr. Da bleibt noch Zeit für ein Weissbier im „Resti“. Ein chinesischer Betreiber. Wo sind die guten alten Zeiten? Weihenstephaner und LKS beim Chinesen. Abendland lässt grüßen.

Kurz noch zum Bankomat. Dann kann nix mehr schief gehen. Einfahrt des Zuges um 12.08 Uhr. Wir möchten in den Speisewagen. Alles voll. Aber in der Nähe ist noch geräumiger Platz. Martin holt zwei Mini Dosen 16er Blech. Prost.

Ein 2. Wiener Lager alias Wiener Original aus dem 16. Bezirk geht noch, bevor wir um 13.46 Uhr Wien-Meidling erreichen, wo wir uns mit Micky Klemsch treffen, der sich für die 3 Tage – angeblich – Zeit nimmt und unser Guide durch die Wiener Bier (Unter-) Welt sein wird. Danke schon mal vorab!

Der 1. Weg führt uns in den Vienna Beer Store wo uns Robert (Griesmayr) und Alex herzlich Empfangen. Bierverkostung inklusive. Auf sämtlichen Kanälen kommen Anfragen, wo wir uns treffen. Es freut und ehrt uns.

Ein durchaus bestens bekannter Brauer beehrt uns auch und wir ziehen weiter ins Malefitz am Meidlinger Markt. Hohe Bierspezialitätenkompetenz. Spannend.

Danke Alex, für die charmante und herzliche Bewirtung. Es freut mich, dass auch in Wien noch viele Dinge und Lebensmittel dadurch Wert gewinnen, dass die noch selber hergestellt, Also hausgemacht sind.

Fußmarsch zum Hawidere in den 15. Mehr als 15 Minuten Gehzeit. Das bringt nicht nur Micky zum „schnaufen“! Begleitet von Honso (das wäre dann der bekannte Brauer aus Wien) und Martin erreichen wir das bekannte Bier & Burger Lokal, wo uns Conrad Seidl, der Bierpapst persönlich erwartet.

Neben 14 Bieren vom Fass gibt es auch feste Nahrung in Form von Burgern. Mahlzeit!

Weiter geht’s in die Turnhalle. Leider ist heute keine Turnstunde. Dafür gibt’s Pilsner Urquell vom Fass. Restbestände.

Scrappy heißt unser nächstes Ziel. Wirt Bruno weiht mich in die Kunst des Pilsner Urquell Zapfens ein. Milchig ist die cremig süße Variante, vollständig mit Schaum gefüllt. Zapfen mit Kugelhahn. Eine neue Erfahrung eben. Nach einer kleinen Bierverkostung geht es weiter Richtung…

Känguru. An der Kreuzung lädt uns Honso in ihr Büro ein. BrewAge Bierspezialitätenverkostung. Zuerst das „Nullbier“ alias Steckenpferd (Mathias Schaitl!!), danach Holzknacker, gefolgt von Red Out. Spannend. Habe vorsichtshalber mal einige Flaschen bestellt.

Aber jetzt. Auf ins Känguru! Wirt Fredi und ich hatten schon mal per E-Mail kommuniziert, damals, als noch kaum Bierspezialitäten am Markt waren. Er importiert belgische Biere selbst. Da der Hunger noch mal durchschlägt, bestellen Martin und ich „a hoibe Sau“. Tatsächlich wird’s dann ein heißes Brot. „Einen unserer 60 Biercocktails musst Du unbedingt probieren!“. Also gut. Es wird einer mit Amaretto. Schmeckt.

Jetzt wird es aber Zeit für die Heimreise. Ist doch schon weit nach Mitternacht und das Bett ruft. Hinein in das nächstbeste Taxi „Postgasse 14, bitte“. Aufgrund der zahlreichen Einbahnstraßen steigen wir in der Parallelstrasse aus. Kurzer Fußmarsch und schon sind wir da. Der Schlüssel wurde in der Pension im Haus hinterlegt.

Wir läuten an und eine freundliche Stimme sagt aus der Wand „Wie kann ich Ihnen helfen?“. „Wir haben das Appartement gebucht und möchten gerne einchecken!“. „Tut mir leid, ich weiss nichts davon?“. Na Bravo!? Anruf beim Vermieter. Es sei jetzt zu spät zum Einchecken und es wäre eine Frechheit, jetzt noch anzurufen. Hm? Ausgemacht war, den Schlüssel zu hinterlegen und nach 18.30 Uhr (vorher ist der Schlüssel noch nicht da) abzuholen. SMS mit der Erklärung, in welchem Stockwerk der Schlüssel abzuholen ist und in welchem sich das Appartement befindet. Keine Angabe zum spätesten Abholtermin oder eine Telefonnummer. Was jetzt? „Der Schlüssel hätte bis 22 Uhr abgeholt werden müssen!“. Das hat uns nur leider keiner gesagt …

„Haben Sie noch ein Zimmer frei?“, frage ich die Stimme aus der Wand. Ja, aber in der Seilergasse 9. OK. Nächstes Taxi genommen und in einer anderen Pension Einchecken. Was soll’s? Wie ist eben anders?!

11 Uhr spätester Check Out. Jetzt aber ins Appartement zum Kultivieren (die Pension hätte Gemeinschaftsdusche am Gang!) und dann geht’s auch schon in Richtung Zentrum ins Schwarze Kamel, wo wir uns mit Marion und ihre Begleiter treffen. Brunch ist angesagt, mit Reininghaus Jahrgangspils.

Nächster Termin: 14 Uhr, Gumpendorferstrasse, BeerLovers mit Brauerei Muttermilch. 1500 unterschiedliche Biere. Aber nicht viel Neues. In der Brauerei dürfen wir ein junges Coffeestout Zwickeln. Sehr angenehm, wenig Röstmalzbittere, der Kaffeegeschmack kommt gut durch. Dürfe ein perfektes Bier werden?! Andi Knapp hat sich telefonisch angekündigt und erscheint nach unserer Führung. Markus Betz lässt uns noch die eine oder andere Flasche verkosten und dann heißt es Abschied nehmen von Marion. „Danke für den Taxidienst und auf Bald am Riedberg!“.

Andi besorgt sich Biere für den nächsten Bierstammtisch bei Mario in Hainfeld. „Conrad hat sich gemeldet. Wir sollen ins 1516 kommen!“. Diesmal Taxi Knapp. 5 Grossgewachsene im Opel? Ähnlich spannend wie zu viert in Marions 1er BMW.

Nichtsdestotrotz steigen wir zwei Querstraßen vom 1516 entfernt aus und machen uns zu Fuß auf den Weg. „Tisch für 6 Personen?“ „Im 1. Stock haben wir noch was frei“ „Bitte geben Sie Conrad Seidl Bescheid, wenn er kommt, dass …“ „Conrad? Der sitzt immer lieber herunten! Ich gebe Bescheid, sobald ein Tisch frei wird!“ Soso. Es geht dich nichts über gute Beziehungen in Österreich.

„Beefjerky und ein doppelter Burger mit Speck“. Martin scheint hungrig zu sein? 1516 Weiße, 5 mal in 0,5 l. Schmeckt hervorragend. Conrad ist auch dazugestossen. „Ich nehme unten Platz und reserviere uns den Tisch.“ Hop Devil ist jetzt das bevorzugte Bier. „Wollen wir uns die Brauerei ansehen?“ Was für eine Frage! Natürlich! Vorbei an den Fritteusen in der Küche geht es in d n Keller. Gär- und Zapftanks, danach die Lagertanks und ganz hinten der Fasskühlraum und das Malzlager. Alles auf engstem Raum. Wie eben in den Gasthausbrauereien üblich.

Andreas‘ Bruder sollte eigentlich schon zu Hause sein. „Egal, wir ziehen noch mit ins Leupold zum Andreas Urban!“. Manuela samt gatten und Christian „Gigi“ Keiler haben sich uns auch angeschlossen. „Taxi!“

Tisch für 10 Personen? In den Keller bitte. Jeden Donnerstag bin ich in irgendeinem (Bier-) Keller? Milan bedient uns mit dem bekannten Wiener „Schmäh“. 8 Seiterl Schwechater Zwicklbock, bitte. „Nur Damen trinken Seiterl!“ Gut, dann eben 7 Halbe und ein Seiterl. Geht doch. Feines Essen bestellt und Andreas begrüßt. Schwechater Zwickl bitte! Möchten Sie aus der Weinkarte wählen? Möchtest Du uns verar…? Bierbestellungen bitte immer gesammelt, da dies von oben geholt werden muss! Aha. Daher der Drang zum Wein!

Nächstes Ziel? Beaver Brewing Company. Passt. Taxi! Andi und der Rest seiner Mannschaft verabschiedet sich aber jetzt, dafür bekommen wir bei Beaver zwei neue Gesichter: Patrick und Adi gesellen sich zu uns. Soziale Medien sei dank, wussten Sie, wo sie uns finden. Letzte Runde! Um 1.15 Uhr wird schon zur Sperrstunde hingewiesen. „Ich habe ein Lokal, unweit von hier!“ gibt Adi sich zu erkennen. „Das Laasa!“. Worauf noch warten? Auf ins Lassa!

Kleine aber feine Bierauswahl von den bekannten Verdächtigen aus Wien! Besonderheit: man kann selber als DJ fungieren, über eine Onlineplattform. Dann machen wir mal Happysound! Nussknacker ist leider aus, dafür eine Runde Haselnusslikör auf Haus! Dann nehmen wir eben die dunkle Materie! Letzte Runde! Diese Aussage verfolgt uns aber jetzt?

Ich kenne noch ein Lokal, das sicher noch offen hat, das „ORANGE“, meldet sich jetzt Gigi. Darf ich Euch begleiten, fragt Adi. Natürlich! Auf zum Orange. Taxi!

Licht brennt nicht mehr viel? „Geht ins/zum Schickeneder!“. Ist ja nur zwei, drei Häuser weiter. „Ein Schladminger Biozwickl bitte!“. In der Karte wird Gutmann Weizen angeboten. Da steigen wir ja sofort um! Was? Schon 4 Uhr? Sperrstunde! Jetzt geht’s aber auch für uns ins Bett. Diesmal ohne längeren Aufenthalt vor der Türe. Gute Nacht!

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